Freizeit-Uni: US-Studenten arbeiten immer weniger fürs Studium
1961 haben US-Studenten durchschnittlich noch 41 Stunden, 2003 nur noch 27 Stunden in der Woche für das Studium aufgewendet
In den USA wird den Studenten an den Universitäten nach einer Studie immer weniger zeitaufwändige Leistung abverlangt. Die kalifornischen Ökonomen Philip S. Babcock und Mindy Marks sprechen schon einmal von einem Leisure College, USA, nachdem sie für ihre Studie große Datenmengen aus den Zeiträumen 2003-2005, 1987-1989, 1981 und 1961 ausgewertet und versucht haben, die Daten vergleichbar und repräsentativ zu machen.
In vierjährigen Colleges ist bei Vollzeitstudenten die wöchentliche Studienzeit (Vorlesungen, Kurse und Lernen) immerhin von 40 Stunden im Jahr 1961 auf 27 Stunden im Jahr 2003 gefallen, die durchschnittliche Zeit, die außerhalb der universitären Kurse und Vorlesungen für das Studium aufgewendet werden, ist von 24 Stunden auf 14 Stunden abgesunken. Dies scheint durchschnittlich für alle Arten von Colleges, für alle Studiengänge und für alle Studenten zuzutreffen, egal aus welcher sozialen Schicht sie stammen, wie der Frauen- und Männeranteil ist oder ob die Studenten arbeiten müssen oder nicht. Wenn dies zuträfe, so die Wissenschaftler, dann würden jetzt die Studenten zunehmend weniger in ihr Studium investieren, wodurch der Profit größer würde, wenn man die anschließend erzielten Einkommen betrachtet. Überdies wäre die Folge, dass die Gesellschaft weniger in die Ausbildung, also in die Produktion von menschlichem Kapital investiert, was erhebliche Auswirkungen haben könnte.
Die Ökonomen verweisen darauf, es werde normalerweise davon ausgegangen, dass für jede Unterrichtsstunde an der Uni zwei bis drei Stunden Arbeit Zuhause anzusetzen seien. Das hätten die Studenten 1961 noch geleistet. Nach Ansicht der Ökonomen arbeiten die heutigen Studenten nicht nur viel weniger, sie machen sich auch eine schöne Zeit, da sie die am Studium "eingesparte" Zeit für Freizeitaktivitäten verwenden würden.
Zwar könne es sein, dass Computer und das Internet dazu beigetragen haben, Zeit beim Schreiben oder in der Bibliothek einzusparen, aber das könne die sinkende Arbeitszeit nicht wirklich erklären, weil der größte Rückgang bis 1981 und überdies in allen Fächern stattgefunden habe. Ein Grund könnte auch sein, dass die Universitäten im Konkurrenzkampf um Studenten den Anteil der Freizeitangebote erhöht haben, während die Anforderungen abgesenkt wurden.
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