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Computer im Kinderzimmer sorgen für schlechtere Schulleistungen

Besonders bei Schülern aus bildungsfernen Familien sinken nach einer US-Studie mit einem Computer die Leistungen in Mathematik und Lesen

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Kinder, die selbst einen Computer besitzen, haben eher schlechtere Schulergebnisse – besonders wenn sie aus bildungsfernen Familien stammen. Die Eltern meinen es oft gut und glauben den Verheißungen mancher digitalen Propheten, die verkünden, dass Computer und Internet kraft ihrer Interaktivität oder anderer Eigenschaften magisch die kognitiven Fähigkeiten ihrer Benutzer steigern.

Das hat zur Losung geführt, möglichst viele Kinder möglichst früh im Elternhaus und in den Kinderhorten und Schulen an Computer heranzuführen oder Schüler mit Notebooks auszustatten. Wenn die Geräte aber im Kinderzimmer stehen, so auch andere Studien, scheint das dem Bildungserfolg nicht so gut zu tun. Da sind die Regalmeter an Büchern womöglich eine bessere Möglichkeit, den Schulerfolg der Kinder zu steigern, zumal wenn die Schule noch nicht vollständig auf digitale Medien umgestiegen ist.

Während sonst meist Fernsehgeräte in den Kinderzimmern oder Computerspiele am Pranger stehen, warnen nun Wissenschaftler der Duke University davor, dass die Versuche, allen Kindern Zugang zu Computern und zum Internet zu bieten, die Gefahr gerade erhöht, die "digitale Kluft" zu vergrößern. Sobald Schüler von der 5. bis zur 8. Klasse (10-14 Jahre) einen Computer mit Breitbandzugang erhalten, sinken ihre Leistungen in Mathematik und Lesen – allerdings nur mäßig, wenn auch signifikant.

Für die Studie wurden Daten von mehr als 150.000 Schülern aus Virginia zwischen 2000 und 2005 ausgewertet, als sich das Internet ausbreitete, aber das Web 2.0 mit Facebook und Co. noch nicht vorhanden war. Aus den Daten ließ sich erkennen, welche Schulleistungen Kinder in Mathematik und Lesen erzielten, bevor und nachdem sie einen Computer erhielten. Zudem konnten die Wissenschaftler diese Ergebnisse mit den Leistungen von Kindern vergleichen, die nie einen Computer besaßen. Meist würden die Kinder in diesem Alter Computer zur Kommunikation und zum Spielen benutzen. Produktiver würden sie verwendet, wenn die Eltern die Benutzung kontrollieren und die Kinder anleiten. In bildungsfernen Schichten würde dies kaum geschehen, weswegen hier die schulischen Leistungen auch stärker absinken.

Jacob Vigdor, einer der Autoren, ist der Meinung, dass Programme, die den Zugang zu Computern Zuhause erweitern, nur die Unterschiede zwischen den benachteiligten und begünstigten Kindern erhöhen, anstatt sie einzuebnen. Letztlich würde ein früher Zugang zu einem Computer einer kleinen elitären Gruppe von Kindern helfen. Um Kindern auch aus den bildungsfernen und armen Schichten Computerwissen zu vermitteln, müsse man in der Regeln schon mehr machen, als ihnen nur einen Computer zu geben. Aber das ist eigentlich nichts Neues. Es nutzt meist auch nicht viel, nur Bücher in ein Regal zu stellen oder beim Schlafen unters Kopfkissen zu legen. Es kommt auch darauf an, welche Bücher es sind und welche Bedeutung das Lesen in einer Familie hat. Magie funktioniert auch im Computer- und Internetzeitalter nicht.

http://www.heise.de/tp/blogs/6/147869
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