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MISO statt PSYOP

Psychologische Kriegsführung, die immer wichtiger wird, um auch militärisch im Informsations- oder Medienkrieg zu siegen, wird umgetauft

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Psychological Operations oder PSYOPs, das ist ein Begriff aus dem Kalten Krieg, verbunden mit den US-Geheimdiensten und ziemlich belastet durch die mehr oder weniger geglückten Versuche, Gegner der USA und ganze Bevölkerungen auszutricksen oder im Sinne der eigenen Interessen zu beeinflussen oder die eigenen Tätigkeiten positiv herauszustellen, beispielsweise durch die Einrichtung von Radio- und Fernsehsendern, durch Flugblätter, neuerdings Websites oder Email- bzw. SMS-Kampagnen. Dabei wurde freilich immer versichert, dass man in Abgrenzung zur Propaganda die Beeinflussung nicht nur durch Täuschung, sondern durch die Verbreitung der wahren Information – bemüht wurde auch gerne der "free flow of information" - bewirke, was freilich meist wenig überzeugte.

Wenn PSYOP im Dienste des Militärs praktiziert wird, wurde dies hierzulande früher Psychologische Kriegsführung" genannt. In den 1970er Jahren ging man in der Bundeswehr von diesem aggressivem Begriff ab und taufte dies wenig kreativ in Psychologische Verteidigung um. Mit dem Ende des Ostblocks und der Wiedervereinigung hat man erneut eine Umdefinition vorgenommen und nennt nun die versuchte Manipulation Operative Information.

Und weil US-Präsident Obama insgesamt versucht, zumindest die Selbstdarstellung der USA weniger aggressive zu gestalten und in der Rhetorik abzurüsten, zuletzt deutlich geworden an der Weltraumstrategie, hat sich nun auch das Pentagon entschlossen, wahrscheinlich nicht die Aktivitäten zu verändern, aber den Namen. Aus PSYOP wird nun das ganz neutral klingende MISO für Military Information Support and/to Operations. Der Hintergrund dürfte keineswegs sein, dass PSYOP weniger gefragt ist, das Gegenteil dürfte der Fall sein, was auch schon der alte Haudegen Rumsfeld, das zweite Mal Verteidigungsminister unter Bush und verantwortlich für die Kriege in Afghanistan und im Irak, immer wieder beschworen hat, während Dick Cheney, der ehemalige Verteidigungsminister und der Falke im Weißen Haus, den Ausbau der Informationsoperationen förderte, schließlich wurde damit auch die Legitimation des Angriffs auf den Irak zurecht gestrickt.

Aber jetzt man will sich von der Vergangenheit trennen und weniger schnell durch Assoziationen vorverurteilt werden. Möglicherweise ist die Umbenennung auch ein Versuch, im Kongress mehr Mittel zu erhalten, wenn es nicht um Manipulation, sondern um Informationsunterstützung geht, wofür Politiker mit ihren Spindoktoren ja großes Verständnis haben dürften. Das Scheitern von politischen Zielen wird gerne ebenso wie das von militärischen Operationen dadurch erklärt, dass man nur seine Beweggründe nicht richtig kommuniziert habe. Die Neutralisierung des Jobs durch die Umbenennung scheint bei den Beteiligten nur gut anzukommen, die Abkühlung sorgt auch dafür, dass die Arbeit nicht mehr so interessant erscheint. Das ist auch ein Problem, schließlich zieht man auch nicht mehr in den Krieg, sondern man führt Stabilitätsoperationen aus und sichert den Frieden. Ist das nun PSYOP bzw. Psychologische Kriegsführung oder MISO bzw. Operative Information?

http://www.heise.de/tp/blogs/6/147944
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