Katalanisches Parlament stimmt für Stierkampfverbot
Die rechtsnationalistische PP will vor das Verfassungsgericht ziehen und den Stierkampf als immaterielles Weltkulturerbe schützen
Wie erwartet hat sich das Parlament in Barcelona mit einer Mehrheit von 68 zu 55 Stimmen bei 9 Enthaltungen für das Verbot von Stierkämpfen in Katalonien entschieden. Allerdings können im Monumental noch bis zum 1. Januar 2012 Stierkämpfe stattfinde. Erst dann tritt das Gesetz in Kraft.
Die Kämpfe zwischen den Befürwortern (taurinos) und Gegnern (antitaurinos) des blutigen Spektakels in Katalonien haben sich über anderthalb Jahre hingezogen. Auch in anderen Regionen wird mittlerweile der Stierkampf abgelehnt. Katalonien könnte hier eine Tür öffnen, um die Stierkämpfe auch im Rest von Spanien zu beenden, die von Befürwortern aber als Kunst und Kulturgut bezeichnet werden. Manche fordern sogar wie die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft, die Stierkämpfe zum Weltkulturerbe erklären zu lassen. Nach ihrer Ansicht haben "Goya, Picasso oder Garcia Lorca und im Ausland Hemingway oder Orson Wells den Stierkampf als Kunst" geschätzt.
Im Streit zwischen den Katalanen, die nach Autonomie streben, und den spanischen Nationalisten, dürfte diese Entscheidung gegen die spanische Tradition noch einmal den Konflikt vertiefen. José Montilla Aguilera, der Präsident der autonomen Regierung Kataloniens, hat schon einmal zur Mäßigung aufgerufen. Allerdings haben die Kanarischen Inseln schon 1991 die Stierkämpfe verboten.
Die Befürworter wollen nun vors Verfassungsgericht ziehen, die rechtsnationalistische PP will ein Gesetz durchsetzen, um Verbote des Stierkampfs zu verbieten, und erreichen, dass die UNESCO den Stierkampf auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes setzt. Die Tierschutzorganisation Prou! (Schluss!), die mit Aktionen und einer Volksinitiative entscheidend dazu beigetragen hat, dass sich das Verbot im Parlament durchsetzen konnte, will weiter für das Ende der Stierkämpfe in Spanien eintreten.
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