TorrentFreak enthüllt Verizons "Six-Strikes-Anti-Piracy"-Pläne
Bevor ihr Zugang vorübergehend auf 256kbps heruntergefahren wird, müssen sich mutmaßliche Raubkopierer unter anderem per Video über die üblen Folgen der Online-Piraterie belehren lassen
Nachdem sich sechs führende US-Internetprovider 2011 mit der "Motion Picture Association of America" (MPAA), dem Verband der großen amerikanischen Filmproduktionsgesellschaften Paramount Pictures, Warner Bros., Sony Pictures Entertainment, Walt Disney Motion Pictures Group, Universal Studios und 20th Century Fox, sowie dem entsprechenden Verband der Musikindustrie "Recording Industry Association of America" (RIAA), auf Maßnahmen gegen die Online-Piraterie geeinigt hatten, sollen diese per Jahresanfang 2013 umgesetzt werden. Bislang haben die Provider allerdings nicht detailliert bekannt gemacht, was ihre Kunden jetzt zu erwarten haben. Das auf BitTorrent und Filesharing fokussierte Blog TorrentFreak hat nun Verizons Six-strikes-Programm online gestellt.
Sobald also die IP-Adresse eines Verizon-Kunden etwa dabei ertappt wird, über BitTorrent geschützte Dateien zu teilen, wird der Adressinhaber via Email sowie durch einen automatisierten Telefonanruf darüber informiert, dass Rechteinhaber ihn verdächtigen, ihre Rechte verletzt zu haben und welche Folgen das haben könnte. Dazu gibt es Links, über die geprüft werden kann, ob Filesharing-Software auf einem Computer installiert ist und wie diese entfernt werden kann, sowie Informationen zum legalen Erwerb geschützten Materials. Sollten daraufhin weitere Verstöße vermutet werden, wird der Browser des Kunden auf eine eigene Webpage dirigiert, wo "Popups" und ein Video über die Folgen der Online-Piraterie erscheinen, die der Kunde per Mausclick zur Kenntnis nehmen bzw. laufen lassen muss, bevor er sich wieder frei im Netz bewegen kann.
Bleiben auch diese Warnungen erfolglos, wird der Kunden auf eine Website geleitet, wo er entweder die "American Arbitration Association" genannte Schlichtungsstelle anrufen kann oder die Geschwindigkeit seines Anschlusses wird für zwei bis drei Tage auf 256kbps herabgesetzt, wobei die Wahl besteht, dies erst mit einer 14tägigen Verzögerung umzusetzen. In der Folge kommen keine weiteren Warnungen mehr, laut TorrentFreak würde Verizon nun allerdings die IP-Adressen der angeblichen Rechteverletzer an MPAA and RIAA weitergeben und so deren gerichtliche Verfolgung ermöglichen. Laut TorrentFreak wären dabei auch Geschäftskunden nicht ausgenommen, was für Lokale und Kleinbetriebe, die ein offenes Netz zur Verfügung stellen wollen, existenzbedrohend werden könnte.
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