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"Das sind keine fallenden Meteoriten, sondern die Amerikaner testen neue Waffen"

Meteoritenregen im Süden Russlands: Der Himmel ist immer für eine Überraschung gut - und für Ängste und Spekulationen

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Über dem Uralgebiet, genauer über dem Tscheljabinsker Oblast, hat die Sternwarte von Jekaterinburg heute Morgen um 4 Uhr 23 Mitteleuropäischer Zeit und 7 Uhr 23 Moskauer Zeit einen Meteoritenregen in Form von Boliden festgestellt, wie Ria Novosti meldet.

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In derselben Ria Novosti-Nachricht, wo kurz der Versuch einer Annäherung an präzise Objektivität gemacht wird, findet man gleich ein schräges politisches Framing, von Wladimir Schirinowski, der die Darstellung der Sternwarte bestreitet und von einem US-Waffentest ausgeht:

"Das sind keine fallenden Meteoriten, sondern die Amerikaner testen neue Waffen. [US-Außenminister John] Kerry wollte am Montag eine Vorwarnung aussprechen und suchte [den russischen Außenamtschef Sergej] Lawrow, Lawrow ist aber auf Reisen. Er wollte warnen, dass eine solche Provokation stattfinden wird und auch Russland betroffen sein könnte."

Wahrscheinlich werden Schirinowskis Interpretation des ungewöhnlichen Ereignisses - trotzdem die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos bestätigte, dass "der Gegenstand, der am Freitag am Ural niedergegangen ist, nicht technischen, sondern kosmischen Ursprungs war" - andere orginelle Erklärungsversuche folgen. (Einschub: Auch das aus Filmen bekannte Narrativ, wonach ein Asteroid von der Luftwaffe zerschossen wurde, der dann in Teilen auf die Erde niedergeht, kursiert)

Die Erdbewohner sind durch die Berichterstattung der letzten Tage über die Annäherung des kosmischen Brockens "2012 DA14" (50-Meter-Asteroid rast knapp an der Erde vorbei) und die sie begleitenden Überlegungen ("Wie nahe kommt er heran, was könnte geschehen?") gewissermaßen schon in Stimmung dafür gebracht.

Der Asteroid "2012 DA14" habe aber nichts mit dem Meteoritenregen heute Morgen zu tun, war von wissenschaftlicher Seite zu lesen; zitiert wurde ein Sprecher der europäischen Weltraumagentur ESA. Ergänzung: Tatjana Bordowizina, Leiterin der Abteilung für Himmelsmechanik und Astrometrie an der Tomsker staatlichen Universität, hält es dagegen für nicht unwahrscheinlich, dass der Asteroid "in Begleitung kommt": Er könne "viele kleinere Brocken in seinem Sog mitführen, die dann angezogen werden und an jeder beliebigen Stelle niedergehen können".

Eine Verbindung zwischen den beiden Erscheinungen gibt es auf jeden Fall: die Angst vor solchen Einschlägen aus dem All. Dass sie nicht immer harmlos sind, hat sich heute Morgen deutlich gezeigt.

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Das gibt Stoff für hochfliegende Pläne. Der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin wird von der SZ mit einem Vorschlag zitiert, dass man eine internationale Initiative ins Leben rufen solle, um ein Schutzsystem zu errichten, zur Warnung vor gefährlichen Objekten aus dem Weltall und deren Zerstörung.

Die Schätzungen über die Verletzten im Gebiet Tscheljabinsk sind noch ungefähre Angaben. Die Tagesschau berichtet von 400 Verletzten. Die meisten haben sich die Glassplitter verletzt, darunter auch Kinder (am Nachmittag war dann von 1.000 Verletzten die die Rede). Die Explosion an manchen Orten muss sehr laut gewesen sein. In vielen Wohnhäusern und Gebäuden von Tscheljabinsk gingen Fensterscheiben unter der Druckwelle der Explosion zu Bruch, heißt es. Die Schockwelle war sehr groß.

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Man darf gespannt sein, wieviel Fantasie darauf surfen wird. Nicht nur von Seiten politischer Schrägköpfe, sondern auch von den Volksfrommen. Möglich auch, dass die Frage, wie gut AKWs gegen größere Brocken aus dem All gesichert sind, vor einem neuen Horizont aufgeworfen wird. Das Phänomen ist derart reizvoll und nachrichtentechnisch - nach dem Papst-Rücktritt und dem Atomwaffentest in Nordkorea und unmittelbar vor dem Besuch des großen Asteroiden 2012 DA14 - so gut getimed, dass für Gespräche auf allen Levels gesorgt ist.

Der irdische Alltag wird für eine kurze Zeit anders beleuchtet. Bilder und Videos zum Himmels-Phänomen gibt es hier.

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http://www.heise.de/tp/blogs/6/153741
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