Bahn kippt Pläne für einen "Bedienzuschlag"
Die Zusatzgebühr hätte vor allem abhängige Verbraucher betroffen
Die Bahn gab heute Vormittag per Pressemitteilung bekannt, dass der vor zwei Wochen angekündigte "Bedienzuschlag" nun doch nicht eingeführt wird. Das Unternehmen hatte zusätzlich zu einer Preiserhöhung von durchschnittlich vier Prozent geplant, für den Kauf von Fahrkarten per Telefon oder am Schalter ohne Rücksicht auf die Länge der Strecke einen Zuschlag 2.50 Euro bei einfachen und 5 Euro bei Rückfahrkarten zu berechnen.
Bei Ihrer Preiserhöhung hatte sich der Konzern offenbar an den Grundsätzen der Abhängigkeitsökonomie orientiert: Betroffen wären vor allem ärmere ältere Menschen gewesen, bei denen die Bahn ein faktisches Monopol hat. Sie verfügen nicht nur häufig über kein Automobil, sondern sind auch mit dem Kauf von Fahrkarten am Automaten oder im Internet nur bedingt vertraut. Und sie fahren meist kürzere Strecken, auf denen sich keine Fluglinie als Alternative anbietet. Allerdings gibt es auch für jüngere Menschen gute Gründe, aus Sicherheitsgründen auf den Kauf von Tickets im Internet zu verzichten.
Ursache der nun ohne Begründung mitgeteilten Rücknahme der Pläne war Presseberichten zufolge der öffentliche Druck, der einen Eingriff der Bundesregierung heraufbeschworen haben soll. Solch Eingriffe sind nach dem für Oktober geplanten Börsengang deutlich weniger wahrscheinlich, weil der Mehrheitseigner dann auf die Interessen anderer Aktionäre achten muss.
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