p
12.09.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Bahn kippt Pläne für einen "Bedienzuschlag"

Die Zusatzgebühr hätte vor allem abhängige Verbraucher betroffen

  • drucken
  • versenden

Die Bahn gab heute Vormittag per Pressemitteilung bekannt, dass der vor zwei Wochen angekündigte "Bedienzuschlag" nun doch nicht eingeführt wird. Das Unternehmen hatte zusätzlich zu einer Preiserhöhung von durchschnittlich vier Prozent geplant, für den Kauf von Fahrkarten per Telefon oder am Schalter ohne Rücksicht auf die Länge der Strecke einen Zuschlag 2.50 Euro bei einfachen und 5 Euro bei Rückfahrkarten zu berechnen.

Bei Ihrer Preiserhöhung hatte sich der Konzern offenbar an den Grundsätzen der Abhängigkeitsökonomie orientiert: Betroffen wären vor allem ärmere ältere Menschen gewesen, bei denen die Bahn ein faktisches Monopol hat. Sie verfügen nicht nur häufig über kein Automobil, sondern sind auch mit dem Kauf von Fahrkarten am Automaten oder im Internet nur bedingt vertraut. Und sie fahren meist kürzere Strecken, auf denen sich keine Fluglinie als Alternative anbietet. Allerdings gibt es auch für jüngere Menschen gute Gründe, aus Sicherheitsgründen auf den Kauf von Tickets im Internet zu verzichten.

Ursache der nun ohne Begründung mitgeteilten Rücknahme der Pläne war Presseberichten zufolge der öffentliche Druck, der einen Eingriff der Bundesregierung heraufbeschworen haben soll. Solch Eingriffe sind nach dem für Oktober geplanten Börsengang deutlich weniger wahrscheinlich, weil der Mehrheitseigner dann auf die Interessen anderer Aktionäre achten muss.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/115860
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS