Vertrauen in US-Regierung schwindet, die Finanzkrise zu bewältigen
Nach einer Umfrage fürchten 70 Prozent, dass sich die Kreditkrise noch verschlimmert, Obama ist wieder leicht im Aufwind.
Die US-Regierung eiert. Sie lässt Lehman in die Insolvenz fallen, während sie AIG mit 88 Milliarden Dollar auffängt. Nachdem gerade 300 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte gepumpt wurden, soll jetzt der Staat eine Auffanggesellschaft gründen, um gefährdete Kredite zu übernehmen und so die Situation und die Menschen zu beruhigen. Nach der Ankündigung dieses Vorhabens gingen die Aktienwerte erst einmal wieder nach oben. Eine aktuelle Ipsos-Umfrage vom 16. und 17. September zeigt, dass die US-Bürger kurz vor den Präsidentschaftswahlen ihrer derzeitigen Regierung allerdings nicht mehr viel zutrauen.
60 Prozent bezweifeln, dass die Regierung das Vertrauen der Konsumenten und Investoren wieder herstelen kann. 90 Prozent befürchten nach der Pleite von Lehman, dass die Krise der Finanzmärkte negativ auf die Gesamtwirtschaft durchschlägt, über 70 Prozent glauben, dass die Kreditkrise sich noch verschlimmern wird., nur 24 Prozent meinen, das Schlimmste sei bereits vorüber. Am düstersten sehen die Lage ärmere Menschen. Zwar befürchtet mit 97 Prozent ein größerer Teil der College-Absolventen, dass die Entwicklungen an der Wall Street die ganze Wirtschaft belasten werden, dafür sind sie optimistischer, dass die Lage sich innerhalb eines halben Jahres verbessern wird.
Der demokratische Präsidentschaftsanwärter Obama scheint aus der Finanzkrise Vorteile zu ziehen, allerdings dürfte auch der abklingende Palin-Effekt eine Rolle spielen. Obama liegt nun wieder vor McCain in den Umfragen in Führung, allerdings weiter nur um wenige Prozent.
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