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25.09.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Die Ängste von konservativen und liberalen Christen in den USA

Nach US-Psychologen haben Konservative Angst vor Chaos und ungezügelten Begierden und neigen deswegen zu autoritären Führern.

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Psychologen der Northwestern University wollen herausgefunden haben, was politisch Konservative (die eher zu den Republikanern neigen), von Liberalen (die Demokraten wählen) unterscheidet. Wie sie in ihrem Artikel, der online im Journal of Research in Personality schreiben, haben 128 sozial aktive und regelmäßige Kirchengänger, die zu den politisch konservativen oder zu den liberalen christlichen Amerikanern gehören, gefragt, was es für sie bedeuten würde, wenn es keinen Gott gäbe.

Sozialwissenschaftler, so Dan McAdams, einer der Autoren, seien selbst in der Regel Liberale und hätten immer angenommen, dass Liberale rationaler und weniger ängstlich seien. Die Antworten auf die Frage habe aber gezeigt, dass beide Gruppen die Welt als gefährlich betrachten, nur ihre Ängste unterscheiden sich.

Die Konservativen, die auch zu einem rechten Autoritarismus neigen, hätten in einer Welt ohne Gott vor allem Angst vor den dann hemmungslosen Trieben und Begierden, vor ungezügelter Sexualität und Aggression, während soziale Institutionen wie Ehe, Familie und Staat auseinanderbrechen. Liberale hingegen, die auch weniger autoritär ausgerichtet sind, sehen eine Welt ohne Gott als leer an, in der es keine intensiven Gefühle und Erfahrungen gebe.

Zumindest bei den amerikanischen Christen würden die Konservativen Angst vor Konflikt und Chaos haben, während die Liberalen nur eine Angst vor Leere hätten. Ob das allerdings auch bei nicht gläubigen Konservativen und Liberalen zutrifft, ist, zumindest was die Angst vor Leere angeht, doch sehr fraglich. Die Autoren sehen in der Angst der Konservativen jedenfalls einen Grund, warum sie stärker zu autoritären Politikern und anderen autoritären Führern neigen. Eigentlich hat man aber auch schon vorher gewusst, schließlich ist nicht nur der autoritäre Charakter, sondern auch die dazu passende Neigung zu einer Law-and-Order-Politik bei den Konservativen eher zu finden.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/116445
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