Fed kauft Commercial Paper
Erstmals verleiht die US-Notenbank Geld direkt an Industrieunternehmen.
Das Federal Reserve Board hat am Dienstag die Etablierung einer "Commercial Paper Funding Facility" (CPFF) bekanntgegeben, einer neue Kreditfazilität, die über eine Zweckgesellschaft 3-Monats-Schuldverschreibungen direkt bei den Emittenten kaufen wird. Commercial Paper (CP) dienen traditionell der kurzfristigen Finanzierung von Industrieunternehmen. Sie werden vor allem von größeren Unternehmen begeben und sind in der Regel höchst solide. Seit der Pleite von Penn Central Ende der 1960er Jahre wurden beispielsweise nur bei sieben CP Ausfälle verzeichnet.
Seit einigen Wochen sprudelt diese billige Finanzierungsquelle allerdings nicht mehr ganz so wie üblich. Zwar ist der Markt alles andere als tot - immerhin beträgt laut jüngsten Angaben der Fed das Gesamtvolumen an ausstehenden CP aktuell noch immer rund 1,6 Billionen USD. Nur sind das 11 Prozent weniger als noch vor drei Wochen, so dass dem Unternehmenssektor fast 200 Mrd. USD an Working Capital verloren gegangen sein dürfte. Gleichzeitig sind auch die Laufzeiten zurückgegangen, so dass Unternehmen, die sich noch vor wenigen Monaten locker auf sechs oder neun Monate finanzieren konnten, inzwischen ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten überwiegend täglich weiterrollen müssen.
Da zudem die Zinsen empfindlich angestiegen sind, hält die Fed diese Unterstützung für unbedingt erforderlich und hat bereits ein substantielles Depot bei der New Yorker Fed erlegt, um ab sofort die entsprechenden Ankäufe vornehmen zu können.
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