FBI halbierte während der Bush-Amtszeit Ermittlungen gegen Finanzbetrug
Der Abzug vom Mitarbeitern könnte zur Schwere der Finanzkrise beigetragen haben
Nach Erkenntnissen der New York Times trugen die von der Bush-Administration durchgeführten Umschichtungen beim FBI maßgeblich dazu bei, dass die amerikanische Bundespolizei Hinweisen auf kriminelle Machenschaften in großen Unternehmen, die zur Hypotheken- und schließlich zur Finanzkrise führten, nur in weit geringerem Ausmaß nachgehen konnte als vorher. Danach wurden seit 2001 insgesamt 625 Beamte beziehungsweise 36 Prozent der Beschäftigten aus dem "White-Collar-Crime"-Bereich abgezogen. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass die Zahl der zur Anklage gebrachten institutionell durchgeführten Finanzbetrugsfälle von 2000 bis 2007 um 48 Prozent sank.
Zwar forderte das FBI von der Regierung immer wieder neue Beamte für seine traditionellen Aufgabenbereiche an, bekam aber stattdessen nur weitere Umsetzungsanordnungen zu Lasten der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität. Dabei spielte der Zeitung zufolge nicht nur ein höheres Augenmerk auf mögliche Terrorgefahren eine Rolle: Angeblich gaben mehrere ehemalige Ermittler zu Protokoll, es habe sowohl aus dem Weißen Haus als auch aus dem Finanzministerium klare Äußerungen dahin gehend gegeben, dass sich die Behörde auf keinen Fall eine "antibusiness attitude" zulegen dürfe.
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