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03.11.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Commerzbank bekommt Hilfen und Portugal verstaatlicht Bank

Mit der Commerzbank tritt nun die erste deutsche Privatbank unter den staatlichen "Rettungsschirm".

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Wie die Bank in Frankfurt am Main mitteilte, handelt es sich um eine Kapitalspritze in Form von einer stillen Einlage über 8,2 Milliarden Euro. Zudem werden die Bank Garantien für Schuldverschreibungen über 15 Milliarden Euro eingeräumt. Die Commerzbank will angeblich erst im dritten Quartal wegen der Finanzkrise in die roten Zahlen gerutscht sein. Trotz der neuen Bilanzierungsregeln wurde ein Verlust von 285 Millionen Euro angegeben.

Erstaunlich ist das nicht, der Name war kürzlich auf der Liste von Merrill Lynch aufgetaucht, die das Finanzloch der Commerzbank mit 6,2 Milliarden Euro angab. Tatsächlich fiel es also noch deutlich größer aus. Oben auf dieser Liste von Merril Lynch stand auch die Deutsche Bank, die sogar fast 9 Milliarden Eurobenötigen würde. Doch nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Ackermann braucht die Deutsche Bank auf absehbare Zeit keine staatlichen Hilfen. Die Deutsche Bank habe auch in schwierigen Zeiten Gewinn gemacht, erklärte Ackermann, wobei sie einen Verlust von fast einer Milliarde Euro zu vermelden gehabt hätte, wenn die Bilanzierungsregeln nicht geändert worden wären.

Als erstes Kreditinstitut verstaatlichte Portugal nun die kleine Privatbank Banco Portugues de Negocios (BPN), teilte das Finanzministerium mit. BPN hatte 700 Millionen Euro Verlust angehäuft. Das Geldinstitut befinde sich in einer prekären Lage und stehe am Rande der Zahlungsunfähigkeit, sagte Finanzminister Fernando Teixeira. Es bestehe keine Aussicht, dass die Bank in nächster Zeit neue Liquiditätsreserven erhalte. Zur Sicherung der Einlagen habe die Regierung sich zum Eingreifen entschlossen. Gut die Hälfte der Verluste stammten aus Aktivitäten der Bank in der portugiesischen Ex-Kolonie Kap Verde.

Portugal will seinen Banken mit bis zu vier Milliarden Euro unter die Arme greifen. Das Programm zur Stärkung der Eigenkapitalquote sei sehr wichtig, sagte Notenbankchef Vitor Constancio. Die portugiesischen Banken kämen nicht umhin, ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Dazu könnten sie auf freiwilliger Grundlage staatliche Mittel in Anspruch nehmen. Insgesamt wird das Bankensystem in Portugal für stabil gehalten, weil Kredite nur zurückhaltende gewährt wurden und sich in Portugal, im Gegensatz zum spanischen Nachbarn, keine Immobilienblase aufgebläht hat.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/118304
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