Khaiber-Pass: Lastwagen mit Isaf-Nachschub überfallen
70 Prozent des Nachschubs für die Nato-Truppen in Afghanistan werden von Karachi über den Khaiber-Pass mit Lastwagen transportiert.
Über den Khaiber-Pass, die traditionelle Verbindung zwischen Afghanistan und Pakistan, sollen bis zu 70-80 Prozent des Nachschubs für die Nato-Isaf-Truppen transportiert werden. 350 Lastwagen sollen täglich 7000 Tonnen von Karachi über Peschawar bis Kabul transportieren. An der engen Stelle kommt es immer wieder zu Überfällen. Die Isaf-Mission hängt bislang entscheidend von dieser Verbindung ab. .
Vor einigen Tagen wurde wurden 12 - in anderen Meldungen 13 - Lastwagen überfallen und ausgeraubt. Die Lastwagen führten neben Lebensmitteln auch zwei gepanzerte Humvee-Fahrzeuge mit. Die leer geräumten Fahrzeuge wurden am Montag in einem Tal gefunden; von den 26 Personen, die sie gefahren und begleitet haben, gibt es noch keine Spur. Es kursieren Fotos, auf denen Kämpfer von Baitullah Mehsud ihren Sieg feiern und sich vor einem der geraubten Humvees postieren. Mehsud gilt als Taliban-Anhänger und liegt im Streit mit Lashkar-i-Islam, die ebenfalls die Region zu kontrollieren suchen.
Die Straße über den teils engen Pass ist ein umkämpftes Gebiet, das aber auch als Pfand der pakistanischen Regierung gilt. Sie hatte beispielsweise angesichts der wiederholten Angriffe von US-Drohnen Anfang September die Straße schon einmal einen Tag lang für Lastwagen sperren lassen, die Treibstoff für die Isaf-Truppen geladen hatten. Bislang kam es aber offenbar kaum zu größeren Nachschubschwierigkeiten, doch mit dem schwelenden Konflikt zwischen der US-Regierung und Pakistan könnte die pakistanische Regierung die Isaf-Nabelschnur entdecken, um Forderungen, etwa nach Beendigung der Drohnen-Angriffe, durchzusetzen. Lastwagenfahrer müssen Zoll an Militante zahlen, um ungehindert den Khaiber-Pass passieren zu können. Auch in Afghanistan wird von anderen Gruppen "Zoll" kassiert.
Erst am Sonntag sollen US-Truppen Taliban-Kämpfer im Khyber-Stammesgebiet angegriffen haben, nachdem es zu Schießereien an der Grenze zwischen afghanischen Soldaten und Taliban-Kämpfern gekommen ist. Im Juni hatte die pakistanische Armee eine zehntägige Operation durchgeführt, um das Stammesgebiet von Militanten zu säubern, offenbar mit wenig Erfolg. In Reaktion auf den Überfall auf die Lastwagen griff die pakistanische Armee mit Kampfhubschraubern mutmaßliche Stellungen der Militanten an. Dabei seien zwei Kämpfer getötet und fünf verletzt worden. Ärzte berichteten der pakistanischen Zeitung Daily Times hingegen, es habe sich um Zivilisten und teilweise Kinder gehandelt. Da gerade heftige Kämpfe in Bajaur stattfinden und pakistanische Truppen binden, sollen Militante die Gelegenheit nutzen, um sich in Khyber auszubreiten.
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