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15.11.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Immobilienkrise in den USA spitzt sich zu

US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac verbuchte im dritten Quartal einen Rekordverlust von 25,3 Milliarden Dollar.

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Auch der zweitgrößte US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac stürzt immer tiefer in die roten Zahlen. Der teilverstaatlichte Konzern verbuchte im dritten Quartal einen Rekordverlust von 25,3 Milliarden Dollar. Im gleichen Vorjahreszeitraum betrug der Verlust "nur" 1,2 Milliarden. Damit tritt Freddie in die Fußstapfen der größeren Schwester Fannie Mae, die im dritten Quartal einen Verlust von 29 Milliarden verbuchte. Freddie und Fannie machen einen eine "dramatisch" verschlechterte Lage am US-Häusermarkt für die Rekordverluste verantwortlich.

Während Fannie Mae im September noch einen positiven Nettowert (Aktiva minus Verbindlichkeiten) von 9,4 Milliarden ausweisen konnte, lag der Nettowert bei Freddie Mac bei - 13,7 Milliarden, für die nun der Staat einspringen muss. Ob er den Häuslebauern auch direkt unter die Arme greift und damit eine der Ursache der Krise angreift, ist aber weiterhin unklar, obwohl das US-Rettungspaket derzeit umgebaut wird.

Aufgrund des dramatischen Kapitalbedarfs der Konzermutter General Motors (GM), braucht auch der Rüsselsheimer Autobauer Opel dringend eine Milliarde Euro an Liquiditätshilfen. Opel hat bei der Bundesregierung und den Bundesländern, in denen sich Opel-Werke befinden, Bürgschaften beantragt. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bestätigte dies am Freitag: "Wir reden im Groben über diesen Betrag." Angesichts der Tatsache, dass die Deutsche Bank GM praktisch als bankrott bezeichnete, versucht der Opel-Chef Hans Demant zu beruhigen: "Wir sind noch zahlungsfähig und bleiben zahlungsfähig." Bürgschaften benötige man nur für den Fall, "wenn wegen der Krise bei GM die Finanzströme aus den USA abreißen würden."

Nach Informationen des Focus fehlen dem Konzern bereits 2 Milliarden Euro, die GM nicht überweisen könne. Ohne staatliche Hilfe seien über 25.000 Arbeitsplätze gefährdet. Angeblich wird geplant, dass der Bund eine Milliarde übernimmt, den Rest sollen sich die Bundesländer mit Opel-Werken teilen. Der als Autoexperte geltende Ferdinand Dudenhöfer warnt indessen, dass die Krise bis zu 100.000 Jobs im nächsten Jahr kosten könne, wenn die Regierung nicht schnell handelt:

"Im Laufe des Jahres 2009 werden 20.000 Arbeitsplätze bei deutschen Autokonzernen und Zulieferern wegfallen. Außerdem dürfte die Zahl der Zeitarbeiter um 80.000 reduziert werden."

Auch am spanischen Immobilienmarkt bewahrheiten sich die finstersten Prognosen .Der große Immobilienkonzern Colonial hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2,5 Milliarden Euro Verluste eingefahren. Im Vorjahreszeitraum schrieb die Firma noch einen Gewinn von 357 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten sei keine einzige Wohnung verkauft worden. In Spanien häufen sich fast eine Million unverkaufter Wohnungen an. Ähnlich wie in den USA steigen auch die Ausfälle von Immobilienkrediten an und droht immer mehr Firmen die Zahlungsunfähigkeit, wie im Sommer dem größten Immobilienkonzern Martinsa-Fadesa. Erst im September war Colonial gerettet worden, als ein Großteil Schulden in der Höhe von 9 Milliarden umgeschuldet wurden. Beteiligt an dem Deal waren vor allem die internationalen Banken Calyon, EuroHypo AG, Goldman Sachs Internacional und die Royal Bank of Scotland.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/118928
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