Gegen Investitionen will das reiche Wüstenemirat in Kenia 400 Quadratkilometer landwirtschaftlich nutzbares Land erschließen, um Gemüse und Obst für den eigenen Bedarf anzubauen.
Das Emirat Katar schließt sich anderen Ländern an, die für Lebensmittelsicherheit sorgen wollen und dafür große Gebiete an landwirtschaftlich nutzbarem Land in armen Staaten pachten. Das winzige, aber reiche Emirat will in Kenia 40.000 Hektar oder 400 Quadratkilometer im Nordosten pachten, um dort Nahrungspflanzen für den eigenen Bedarf anzubauen. Das Gebiet liegt im Delta des Tana-Flusses, wo dem Staat eine Fläche von einer halben Million Hektar unerschlossenem Land gehört.
Um das Angebot schmackhafter zu machen, bietet Katar an, einen neuen Hafen auf der Touristeninsel Lamu zu bauen und dort 5,6 Milliarden Dollar zu investieren. Der Hafen läge in der Nähe der gewünschten Anbauflächen, so dass damit auch der Transport nach Katar gesichert wäre. Im Vordergrund steht, über den Hafen den Warenverkehr mit Äthiopien und dem Südsudan abzuwickeln. Zudem will Katar eine Straße von Lamu nach Garsen.
Der kenianische Präsident Mwai Kibaki war gerade in Katar und ist offenbar von dem Plan angetan. Wahrscheinlich wird der Deal davon abhängen, wie viel Katar in Kenia investieren will. Im Gespräch ist auch der Bau eines Hafens im Mombasa, um den wachsenden Handel mit Uganda, Ruanda oder dem Kongo abzudecken. Und gesprochen wird über eine Unterstützung von Staatsanleihen, mit denen Infrastrukturprojekte in Kenia realisiert werden können. Nachgedacht wird auch über einen Flugplatz auf Lamu.
Kenia ist ein armes Land, in dem die Bevölkerung immer wieder unter Hungersnöten leidet und Lebensmittel importiert werden müssen. Ein Drittel der Bevölkerung ist nach Angaben der FAO chronisch unterernährt. Zudem ist nur ein Fünftel der Landesfläche landwirtschaftlich nutzbar. Aus diesen Gründen wird der Plan auf Kritik stoßen. Katar hat praktisch kein landwirtschaftlich nutzbares Land und muss fast alles importieren. Angeblich hat das Emirat bereits Verträge mit Kambodscha (Mais), Sudan (Weizen) und Vietnam (Gemüse) geschlossen. In Kenia sollen Früchte und Gemüse angebaut werden. Da dazu noch unerschlossenes Land gerodet werden muss, wird auch Widerstand von Umweltschützern erwartet. Zudem werden Teile des Gebiets als allgemeine Weideflächen für Vieh benutzt.
Erst vor kurzem hatte der südkoreanische Konzern Daewoo Logistics ein ähnliches Abkommen mit Madagaskar geschlossen und für 99 Jahre 1,3 Millionen Hektar gepachtet.
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