Nato-Massaker an Schafen oder Betrugsversuch von Nomaden?
In der afghanischen Provinz Laghman untersucht die ISAF einen seltsamen Fall
200 Schafe, so meldete die russische Nachrichtenagentur Novosti heute, seien in Afghanistan von Nato-Hubschraubern in der afghanischen Provinz Laghman "zusammengeschossen" worden, weil man sie irrtümlich für Taliban hielt. Letzteres hatte das Büro des Provinzgouverneurs der Agentur mitgeteilt.
Das Nato-Hauptquartier in Brüssel bestätigte Telepolis auf Nachfrage, dass Nomaden in dieser Provinz 80 Schafe mit einem entsprechenden Vorwurf angeliefert hätten. Allerdings gebe es Ungereimtheiten, welche die gemeinsam mit der afghanischen Polizei ermittelnde ISAF am Wahrheitsgehalt der von den Viehhirten gemachten Aussagen zweifeln lassen. So hätten etwa in dem Gebiet im fraglichen Zeitraum gar keine Hubschraubereinsätze stattgefunden. Auch die von den Nomaden als Beweis mitgebrachte Munition wird den Angaben aus Brüssel zufolge nicht von den Nato-Truppen verwendet.
Besonders auffällig sei jedoch gewesen, dass die angelieferten Schafe alle durchgeschnittene Kehlen gehabt hätten und bereits ausgenommen gewesen seien. Auch aufgrund des am Wochenende bevorstehenden Id-ul-Adha-Opferfests hält man es deshalb nicht für ausgeschlossen, dass die Kuchi-Nomaden möglicherweise einen etwas besseren Preis für ihr Vieh erzielen wollten, indem sie die bereits sauber geschächteten Tiere nachträglich erschossen und von den ausländischen Truppen Schadensersatz forderten. Das Ergebnis der noch laufenden Untersuchungen soll aber erst in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.
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