Kein Geld für Spekulanten
Mit Futures für Rohöl ließen sich gute Geschäfte machen.
Auch Spekulanten dürften aktuell kaum Finanzierungen bekommen. Das demonstriert beispielsweise der Markt für Rohöl. So war Rohöl am Spot-Markt am 5. Dezember um 40,84 Dollar zu haben. Der Future für Lieferung in einem Jahr lag nach Bloomberg hingegen bei 54 Dollar, was einen ungewöhnlich ausgeprägten "Contango" darstellt, wie Rohstoffhändler es nennen, wenn der Futures-Preis über dem Spot-Preis liegt (das Gegenteil heißt "Backwardation").
Jedenfalls wäre trotz hoher Finanzierungszinsen und Versicherungskosten noch immer ein hoher und weitgehend sicherer Gewinn zu erzielen, wenn man jetzt auf Kredit einen Tanker voll Rohöl kaufen und ihn ein Jahr lang billig vor Anker liegen lassen würde. Die 34-Prozent-Spanne garantiert zweistellige Gewinne bei absolut kontrollierbarem Risiko, so dass die daraus erwachsende Nachfrage entsprechend der ökonomischen Rationalität längst eine Annäherung der Preise verursacht haben müsste. Dass dem bislang nicht so ist, und diese billigen Chancen offenbar nicht von den Spekulanten genutzt werden, zeigt neuerlich deutlich die aktuell so mangelnde Funktionstüchtigkeit des Finanzsystems.
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