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15.12.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Der Schuhwurf auf Bush wurde zum Medienereignis

Die Aktion stieß in der arabischen Welt auf Gefallen, im Irak demonstrieren Tausende für die Freilassung des Journalisten.

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Bei seinem Überraschungsbesuch in Bagdad ist US-Präsident von einem irakischen Journalisten mit Schuhen beworfen und beschimpft worden, als er gerade sagte, dass der Irak-Krieg auf dem Wege sei, endgültig gewonnen zu werden . Der Journalist Muntadhar al-Zaidi, der Bush vorwarf, Iraker getötet zu haben, wurde sofort verhaftet und abgeführt. Die irakische Regierung sprach von einer "barbarischen Tat".

Die Anklage lautet, so Al-Dschasira, auf Beleidigung.eines Staatsoberhauptes, was mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden könne. Schuhe auf jemanden zu werfen, gilt als schwere Beleidigung. Angeblich wird der Journalist von der Polizei verhört, um herauszubekommen, ob er für seine medienwirksame Aktion bezahlt wurde. Dass die Aktion so schön ins Bild kam, was maßgeblich zu ihrem Medienerfolg beitrug, könnte zumindest auf eine Planung hindeuten.

Für manche Iraker hat der Journalist offenbar die eigene Stimmung ausgedrückt. Tausende sollen heute auf die Straßen in Sadr City gegangen und seine Freiheit gefordert haben. In dem Stadtbezirk leben die schiitischen Anhänger von as-Sadr, der auf den schnellen Abzug der Amerikaner drängt und das Sicherheitsabkommen kritisiert hat. Auch in Basra und Nadschaf wurde protestiert. In Nadschaf flogen Schuhe auf amerikanische Konvois. Auch in anderen arabischen Ländern war der Schuhwurf die Nachricht des Tages. Bilder und Videos vom symbolischen Anschlag und vom sich duckenden US-Präsidenten fand man überall in den Medien. Die Aktion stieß offenbar auf weite Zustimmung in den arabischen Ländern. Die New York Times hat Reaktionen von Irakern zusammen getragen. Möglicherweise hat der Journalist, dessen Schuhwurfaktion mitgefilmt wurde, damit ein Symbol geschaffen, das die Ablehnung von Bush ironisch zum Ausdruck bringt. Währenddessen ist die Gewalt im Irak zwar abgeklungen, aber es gibt täglich weitere Anschläge und Tote.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/120466
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