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16.12.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Bombige Warnung in Paris

Eine bislang unbekannte Gruppe "Afghanische Revolutionäre Front" fordert Frankreich zum Rückzug aus Afghanistan auf.

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Ganz offensichtlich als Warnung hat die "Afghanische Revolutionäre Front" fünf Sprengsätze im Pariser Luxuskaufhaus "Printemps" deponiert. Vor den Bomben, die über keinerlei Zünder verfügten und deshalb auch nicht entschärft werden mussten, wie zumeist berichtet wird, hatte die bisher unbekannt Gruppe in einem Schreiben an die französische Nachrichtenagentur AFP gewarnt. Das Schreiben wurde am Montag in Paris aufgegeben und kam am Vormittag bei AFP an.

Das Kaufhaus Printemps wurde daraufhin evakuiert. Es gehört zu den berühmtesten und größten Konsumtempeln am Boulevard Haussmann gegenüber der historischen Oper Garnier und ist Teil eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren in Europa, das vor allem vor Weihnachten zahllose und kaufwillige Menschen anlockt. Auf Toiletten wurden im dritten Stock fünf Pakete mit Dynamitstangen von jeweils 100 Gramm entdeckt. In dem Schreiben war der Ort genau beschrieben worden. Nach Angaben der Innenministerin Michèle Alliot-Marie handelt es sich um altes Dynamit in schlechtem Zustand, weshalb sie nicht davon ausgeht, dass die Pakete explodieren sollten

Die Organisation erklärte weiter, es werde weitere Bomben in den "Kaufhäusern der Kapitalisten" geben, falls Frankreich seine Truppen nicht aus Afghanistan abziehe. In Afghanistan sind zurzeit rund 3300 französische Soldaten stationiert, nachdem das Land im September die Truppen um 300 Soldaten aufgestockt hat. Das französische Kontingent stellt etwa 5% der gesamten Truppen, die als Kampfeinheiten in Afghanistan eingesetzt werden.

Schon mehrfach hatten afghanische Talibanführer und Islamisten Frankreich mit Anschlägen gedroht. Zuletzt wurde auch dem Land in einem Video im November mit "Blutbädern" gedroht. Doch Vorgehensweise und der Duktus des Schreibens lassen eher darauf schließen, dass es sich wohl nicht um eine islamistische Gruppe handelt. Die hätte, wie in New York, Madrid oder London, wohl keine Warnung ausgesprochen, sondern sofort zugeschlagen. Präsident Nicolas Sarkozy will von einem Abzug der Truppen nichts wissen. Auf die Warnung erklärte er: "Man verhandelt nicht mit Terroristen, man bekämpft sie." Die Bevölkerung mahnte er zur Vorsicht: "Ich appelliere an alle, sehr vorsichtig und maßvoll zu sein."

http://www.heise.de/tp/blogs/8/120540
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