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21.12.2008Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Rege Nachfrage nach den Schuhen, mit denen US-Präsident Bush beworfen wurde

Während der Journalist al-Zaidi zum Helden gekürt wurde, werden seine Schuhe zum Fetisch.

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Muntazer al-Zaidi ist weltberühmt geworden. Eine einzige Aktion reichte dafür aus. Allerdings war al-Zaidi der irakische Journalist, der aus Wut in einer Pressekonferenz in Bagdads Hochsicherheitsbezirk Green Zone seine beiden Schuhe US-Präsident Bush entgegen geschleudert hatte. Seine symbolische Attacke, auf einem Video aufgezeichnet, ging um die Welt, machte ihn vielerorts zum Helden und das Schuhewerfen zu einer politischen, antiamerikanischen Geste, die virtuell auch in einem Online-Spiele eifrig betrieben wird.

Al-Zaidi ist noch immer im Gefängnis, nach dem Richter soll er geschlagen worden sein. Es kam immer wieder zu Demonstrationen und Forderungen nach seiner Freilassung. Inzwischen werden offenbar auch die Schuhe zu einem Fetisch. Angeblich bot ein Saudi viel Geld für die originalen "Freiheitsschuhe", ein Ajatollah forderte, dass sie in ein irakisches Museum gehörten. Der Richter machte aber deutlich, dass ein solcher Schuhkult keine Chancen hat. Sie seien zerstört worden, sagte er, weil man überprüfen wollte, ob ihnen Sprengstoff versteckt war.

Der türkische Unternehmer Ramazan Baydan, dem die Schuhfabrik Baydan Ayakkabicilik gehört, berichtete aber gegenüber Bloomberg.com, man werde den braunen Schuh "Modell 271" mit den dicken Sohlen, den al-Zaidi auf Bush warf, umtaufen und ihn den "Bush-Schuh" oder "Bye-bye Bush" nennen.

Man habe den Schuh seit Jahren verkauft, aber nun würden sie mit Bestellungen überschüttet. Man habe bereits eine Agentur beauftragt, um den Schuh im Fernsehen zu bewerben. Zudem werde man mehr Arbeiter einstellen, um mit der Nachfrage zurechtzukommen.

300.000 Bestellungen seien seit dem Schuhangriff eingegangen, allein 120.000 aus dem Irak. Neben dem Irak werde auch Iran, Syrien und Ägypten beliefert. Selbst aus den USA sei eine größere Bestellung eingegangen. Allerdings scheinen auch andere Schuhhersteller einen Anspruch darauf zu erheben, dass al-Zaidi ihr Produkt getragen habe.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/120801
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