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02.01.2009Politik-News
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"Das Schlimmste steht noch bevor"

Der Ökonom Nouriel Roubini fordert Regierungen zu schnellen und koordinierten Maßnahmen auf.

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In einem Gastkommentar schreibt Nouriel Roubini, dass das Jahr 2009 noch schlimmer als erwartet werden wird. Der Professor für Ökonomie an der Stern School of Business der New York University meint, nachdem die Finanzmärkte 2008 ihre schwerste Krise seit der Großen Depression der 30er-Jahre erlebt haben, würden die USA mit Sicherheit auch die "schwerste Rezession" erleben. Sie erwartet einen tiefen Abschwung, der etwa 24 Monate über das Jahresende 2009 hinaus anhalten werde. Die gesamte Weltwirtschaft werde entgegen der Prognosen von Weltbank und IWF schrumpfen, kündigt er an: "Die Schwellenmärkte drohen hart zu landen, da über Handels-, Finanz- und Währungsverbindungen Schocks in den Industrieländern an sie weitergegeben werden."

Roubini, der die Finanzkrise 2006 genauso vorhergesagt hatte wie die Verstaatlichungen von Banken im Laufe des vergangenen Jahres, weist erneut auf die drohende Deflation hin, die in eine Liquiditätsfalle führe und kaum zu bekämpfen sei: "Weil der Leitzins nicht unter Null fallen kann, verliert die Geldpolitik ihre Wirkung." Die Preise fallen und ließen die Kapitalkosten und den Realwert nominaler Schulden steigen, was Verbrauch und Investitionen drosselt. Dieser Teufelskreis bringe Einkommen und Arbeitsplätze weiter unter Druck, was den Rückgang von Nachfrage und Preisen verstärke.

Roubini erklärt, derzeit platze die größte Blase aller Zeiten - mit Kreditverlusten. Deren Gesamtumfang beziffert er mit 2000 Milliarden Dollar. Die Regierungen müssten die Banken rasch mit frischem Geld versorgen, sonst werde sich die Kreditklemme noch verschlimmern, weil die Verluste schneller wachsen, als die Banken sich rekapitalisieren können.

Die Aktienkurse seien zwar gegenüber ihren Höchstständen Ende 2007 steil gefallen, aber Roubini sieht noch immer erhebliche Risiken. "Das Schlimmste liegt noch vor uns." Weil die makroökonomischen Nachrichten und Ertrags- und Gewinnmeldungen aus aller Welt in den kommenden Monaten sehr viel schlechter als erwartet ausfallen, werden die Kurse weiter unter Druck gesetzt. Er sagt weitere Pleiten von Banken und Kursstürze voraus, einige "Schwellenmärkte werden mit Sicherheit eine ausgewachsene Finanzkrise erleben". Nur aggressive, koordinierte und effektive politische Eingriffe durch die Industrie- und Schwellenländer können gewährleisten, dass sich die Weltwirtschaft 2010 wieder erholen könne, statt in eine lange Stagnationsphase einzutreten. Er benutzt ein Synonym für Depression, die er nicht ausschließt.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/121060
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