Rechtsextreme demonstrierten in Passau gegen "Polizeiwillkür und Medienhetze"
Nur einige Hundert versuchten vergeblich, die Demo von 200 Rechtsextremen zu verhindern.
Nachdem am Freitagabend auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) das von der Stadt Passau erlassene Verbot der Kundgebung von Rechtsextremisten gegen "polizeiliche Willkür und Medienhetze" im Mannichl-Fall aufgehoben hatte, fanden neben der rechten Demo auch zwei Gegenveranstaltungen statt.
Die Polizei hatte mehr als 1000 Beamte aufgeboten, um letztlich die 200 erschienenen Rechtsextremisten zu schützen, die vor der Passauer Polizeidirektion protestierten, dass eben die Polizei vor allem gegen Rechtsextremisten ermittelten. Wer den Passauer Polizeichef Alois Mannichl mit einem Messer, das dieser vor seiner Haustüre angeblich zum Lebkuchenschneiden abgelegt hatte, angegriffen und verletzt hatte, ist weiterhin unbekannt. Die Polizei scheint im Nebel zu tappen und lieferte mit Vermutungen den Rechtsextremisten einen Vorwand, den diese durch die Kundgebung auszunutzen suchten.
Tausend Menschen protestierten auf einer vom Runden Tisch gegen Rechts organisierten und von der Stadt unterstützten Gegendemonstration am späten Vormittag gegen den Aufmarsch der Neonazis unter dem Motto: "Gegen rechte Gewalt und Rechtsextremismus - für ein buntes und weltoffenes Passau." Die Stadt Passau meldete Erfolg: "Passau zeigt Rechtsradikalen die Rote Karte", allerdings war die Beteiligung eigentlich ein wenig dürftig. Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) zeigte sich darüber erfreut, dass an der Kundgebung Bürgerinnen und Bürger aus allen Gesellschaftsschichten teilnahmen. Er kritisierte aber, "dass man die Kommunen und die Polizei mit der Problematik nicht immer wieder alleine lassen könne"
Danach versuchten mehrere hundert Menschen, die dem Aufruf der Initiative Passauer Aktion Zivilcourage folgten, mit Sitzblockaden zu verhindern, dass die Neonazis sich überhaupt vor dem Polizeipräsidium versammeln und von dort aus durch die Stadt ziehen können. Das ist ihnen nicht gelungen, weil die Polizei diese um die Blockade herum führten. Es soll friedlich zugegangen sein, insgesamt wurden 21 Personen meist kurzzeitig festgenommen. Die Neonazis protestierten auf ihren Plakaten gegen "politische Willkür" und "volksfeindliche Medien", aber auch gegen die "Zensur" der Lebkuchenmänner.
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