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12.01.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Britische Regierung schnürt Rettungspaket für Hochschulabsolventen

Die Rezession trifft besonders die 18-24-Jährigen.

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In Großbritannien könnten aufgrund der Finanzkrise harte Zeiten für Hochschulabgänger beginnen. Die Regierung bemüht sich deswegen, die mehr als 400.000 Akademiker, die in diesem Sommer auf den Arbeitsmarkt drängen, bei der Jobsuche zu unterstützen. Nahezu zwei Millionen Menschen sind in Großbritannien bereits arbeitslos, Schätzungen gehen dahin, dass die Arbeitslosenrate bis auf 10 Prozent steigen könnte. Nach dem Ökonomen David Blanchflower werden die 18-24-Jährigen die Hauptlast der Rezession zu spüren bekommen. Hier ist die Arbeitslosenrate in den letzten Monaten denn auch am stärksten gestiegen. Bis Ende 2009 werden 3 Millionen Arbeitslose erwartet, 40 Prozent und mehr stellen vermutlich die 18-24-Jährigen.

Die regierende Labour-Partei hatte in ihrer Bildungspolitik angestrebt, dass mindestens die Hälfte der Schüler eines Jahrgangs ein Universitätsstudium aufnehmen soll. In diesem Sinne erfolgreich stiegen die Studentenzahlen von 206,000 im Jahr 1997 um 70 Prozent auf 358,000 im Jahr 2007. "Gordon's Graduates" treffen aber nun auf eine wirtschaftliche Situation, in der viele Arbeitgeber eher Menschen entlassen, als neue einstellen. Das betrifft auch Akademiker – vor allem natürlich im Finanzbereich und im Handel. Arbeitslose Akademiker werden zudem weniger gut Ausgebildete aus dem Arbeitsmarkt drängen, zudem haben sich viele für das Studium hoch verschuldet. Angeblich haben große Firmen ihre Suche nach neuen Arbeitnehmern auf die fünf besten Universitäten wie Oxford, Cambridge oder die London School of Economics beschränkt.

Die Regierung will daher auch ein Rettungspaket für die Hochschulabsolventen des Krisenjahres 2009 und allgemein für die 18-24-Jährigen schnüren, von denen viele mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sein können. John Denham, Minister für die "innovative" Mischung aus Innovation, Universitäten und Kompetenzen, hat so das National Internship Scheme.angekündigt, an dem bislang vier große Unternehmen – genannt werden Barclays und Microsoft – teilnehmen wollen. Weitere Unternehmen oder staatliche Organisationen werden gesucht.

Angeboten werden soll eine Art dreimonatiges Praktikum mit geringerer Bezahlung als für eine normale Stelle. Möglicherweise wird der Staat den Lohn mit finanzieren, der knapp über den Einkünften eines Studenten aus einem Stipendium (jährlich 2.835 Pfund) und einem Studentenkredit (jährlich 6,475 Pfund) für die Zeit liegen soll. Dadurch sollen die jungen Menschen Erfahrungen gewinnen, sich fortbilden und möglicherweise dann doch eine Abstellung finden. Schon zuvor hatte Denham angekündigt, dass mit staatlichen Mitteln 35.000 neue Praktikantenstellen eingerichtet werden sollen, um die Krise zu mildern und Ausschließen wollte Denham auch nicht, zur Entlastung des Arbeitsmarktes das Schulabschlussalter auf 18 Jahre zu erhöhen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/121498
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