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15.01.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Auch europäischer Leitzins auf historischem Tiefstand

Die Europäischen Zentralbank versucht, mit einer erneuten Zinssenkung den Absturz der Konjunktur und der Börsen zu begrenzen

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Auch wenn die deutsche Regierung erneut 50 Milliarden Euro ausschüüten will, um die Konjunktur zu stützen, sind die Börsen nach der Einigung am Mittwoch abgestürzt. In Frankfurt rauschte der Leitindex DAX um 4,6 % in die Tiefe und schloss mit 4422 Zählern Punkten und das war schon der sechste Verlusttag in Folge. Verantwortlich dafür war vor allem die Tatsache, dass die Deutsche Bank allein im vierten Quartal einen Verlust von 4,8 Milliarden Euro vermelden musste und nun die geplante Übernahme der Postbank nicht mehr allein stemmen kann. Sie wird durch die Hintertür sogar teilverstaatlicht, weil die Deutsche Post beim Branchenprimus einsteigt. Und nach den gesammelten Rettungsaktionen für die Hypo Real Estate (HRE) steht nun nach der Commerzbank auch die Teilverstaatlichung des Münchner Immobilienfinanzierers an.

Die Schockwellen darüber, dass dass noch zahlreiche faule Kredite in den Bilanzen der Banken stehen, wirkten sich auch in Tokio und New York aus. In Japan brach der Nikkei-Index sogar um fast 5 % auf 8.023,31 Punkte ein. Hier schockten die Anleger auch der starke Rückgang der Auftragseingänge im Maschinenbau und die Tatsache, dass auch Nissan nach dem Branchenprimus Toyota statt einem Gewinn nun einen operativen Jahresverlust erwartet. Auch der Dow-Jones rauschte in New York um knapp 3 % in die Tiefe, weil in den USA noch etliche faule Zahlen in den Bankbilanzen vermutet werden. Gerade hatte der Internationale Währungsfond erklärt, Verluste und Abschreibungen aus der Finanzkrise würden deutlich über den bisher geschätzten 1,4 Billionen Dollar liegen.

Bis zur neuen Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) verlief der Handel an den europäischen Börsen heute weitgehend ruhig und gespannt. Sie standen allesamt leicht im Minus. Es ist fraglich, ob die Börsianer damit zufrieden sind, dass die EZB den Leitzins nur um 0,5 % auf 2 % gesenkt hat, auch wenn der Leitzins damit erneut auf dem historischen Tiefstand angelangt ist, auf dem er zuletzt im Dezember 2005 stand. Zuletzt hatte sie den Leitzins Anfang Dezember in der bisher stärksten Zinssenkung um 0,75 % gesenkt. Da die europäischen Volkswirtschaften immer tiefer in die Rezession abgleiten, wurde allseits eine beherztere Zinssenkung im Stil der britischen Zentralbank und US-Notenbank (FED) erwartet. Die Bank of England (BoE) ist schon der FED gefolgt, die schon bei einem Nullzins angekommen ist, und hat in der letzten Woche den Leitzins um weitere 0,5 auf nun 1,5 % gesenkt.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/121770
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