p
19.01.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Schwere Dürre in Argentinien und Uruguay

Zahllose Rinder sind bereits verendet und Teile der Mais- und Weizenernte gefährdet.

  • drucken
  • versenden

Nach Angaben des Nationalen Meteorologischen Instituts in Argentinien herrscht in dem südamerikanischen Land die schwerste Dürre seit 50 Jahren. Das Institut führt aus, in etlichen Provinzen des Landes sei nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. Das betrifft vor allem das Gebiet, dass in Argentinien die Kornkammer des Landes genannt wird.

Deshalb geht die die Landwirtschaftsvereinigung (AAEA) davon aus, dass im Januar und Februar nur etwa 11 Millionen Tonnen Mais geerntet werden können, das sind nur gut 50 % der Ernte aus dem Vorjahr. Ähnlich sieht die Lage auch bei der bevorstehenden Weizenernte aus. Etwas weniger dramatisch sei die Lage für die Sojaernte, da die Pflanze weniger Wasser brauche. Doch wegen der fehlenden Niederschläge wurde die Aussaat verzögert und es seien vier Millionen Hektar weniger Fläche bepflanzt worden, knapp ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Auch die Viehwirtschaft ist stark betroffen. Die Agrarverbände gehen davon aus, dass bereits zahllose Rinder dem Futter- und Wassermangel zum Opfer gefallen sind. Inzwischen kündigte Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner an, die Verordnung über das Mindestgewicht von Schlachtvieh für 180 Tage außer Kraft zu setzen. Damit geht die Regierung angesichts neuer Proteste der Bauern auf die von der Viehwirtschaft geforderte Maßnahme ein. Die will die Bestände senken, um die Weideflächen zu schonen. Gefordert wird, wie in Uruguay, den landwirtschaftlichen Notstand auszurufen. Im ebenfalls schwer von der Dürre betroffenen Nachbarland leiden ganz besonders das Landesinnere und der Nordwesten unter der schweren Dürre. Betroffen seien mehr als 2,5 Millionen Hektar Weide- und Ackerland. Zahlreiche Brände verschlimmerten die Lage zusätzlich

Kritiker halten die Dürre für hausgemacht, da die Waldbestände in Argentinien in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu 70 Prozent verkleinert worden seien, um Weide und Ackerland zu gewinnen. In der stark von der Dürre betroffenen Provinz Santa Fe seien allein in den vergangen 15 Jahren etwa eine Million Hektar Wald abgeholzt worden. Der Regierung Kirchner werfen sie vor, ein verabschiedetes Gesetz zum Schutz des Waldes nicht zu unterzeichnen, damit dem Treiben ein Ende gemacht wird.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/121966
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS