EU-Kommission: EU bis Mitte 2009 in der Rezession
Die Kommission hofft auf die Wirkung der Konjunkturmaßnahmen, aber weist auf steigende Verschuldung hin.
Die Aussichten für die EU sind für dieses Jahr nach einer Vorhersage der EU-Kommission. Das BIP soll um 1,8 Prozent (in der EU-Zone um 1,9%) sinken (in Deutschland um 2,3%). Allerdings geht die EU-Kommission davon aus, dass 2010 wieder eine leichte Erholung mit einem Wachstum von 0,4 Prozent entstehen könnte (Deutschland 0,7%). Die Zahlen würden, so die Kommission, „die Auswirkungen der verschärften Finanzkrise auf die Realwirtschaft, die zu einem schweren Einbruch des Welthandels und der Industrieproduktion sowie in einigen Ländern zu Korrekturen am Immobilienmarkt und damit zu einem globalen Abschwung geführt haben“. Besonders stark soll der Einbruch der Wirtschaft in Spanien und in Großbritannien werden. Allgemein werde die Rezession bis Mitte 2009 anhalten.
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Die Krise wird 3,5 Millionen Arbeitsplätze in der EU kosten, was die Arbeitslosenquote 8,75%, in der Eurozone auf 9,25 erhöht. Auch 2010 sollen die Arbeitslosenzahlen weiter ansteigen, und zwar über 10 %. Mit den sinkenden Steuereinnahmen und den teuren Konjunkturptogrammen wird sich das Gesamtdefizit der EU 2009 auf 4,5 Prozent des EU-BIP verdoppeln, in der Eurozone von jetzt 1,75 auf 4% mehr als verdoppeln. Besonders stark werden die Hauhaltsdefizite in Irland, Spanien, Griechenland, Frankreich, Slowenien, Italien und Portugal steigen. Für Deutschland wird wie für Belgien oder Österreich ein Anstieg des Hauhaltsdefizits bis zu 3% vom BIP erwartet, die aber 2010 auch diese Marke überschreiten werden.
Die „schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ behafte allerdings alle Vorhersagen mit großen Unsicherheiten. Daher wird nur darauf gehofft, dass die Konjunkturprogramme, die Senkung der Leitzinsen und die Rettungspakete das Schlimmste verhindern. Erst einmal werde aber die Konjunktur „auf breiter Front“ einbrechen, was auch die „aufstrebenden Volkswirtschaften“ mitreißen werde. Das Weltwirtschaftswachstum werde 2009 nur noch 0,5 % betragen, 2008 waren es noch 3,3 %. Aber auch weltweit sieht die Vorhersage Anlass zu optimistischeren Aussichten.
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