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25.01.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Obamas Krieg

Auch der neue amerikanische Präsident schickt Hellfire auf pakistanisches Gebiet

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Im Kampf gegen die Taliban und al-Qaida sind die Grenzen Pakistans kein Hindernis für die USA, das hatte Barack Obama schon während seines Wahlkampfes erkennen lassen. Drohnenangriffe auf Wasiristan, die der Präsident am Freitag, wenige Tage nach seinem Amtsantritt, anordnete, dokumentierten den erklärten Willen Obamas zur Fortführung der aggressiven US-Politik im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. Beide Länder bezeichnete er als "zentrale Front in unserem andauernden Kampf gegen Terrorismus und Extremismus":

"Es gibt keine militärische Antwort in Afghanistan, die nicht auch mit Angriffen auf die Stützpunkte der al-Qaida und der Taliban entlang der Grenze agiert, und es wird keinen dauerhaften Frieden geben, außer wir vergrößeren die Möglichkeitsräume für die Menschen, die in Afghanistan und Pakistan leben."

Einem Bericht des Guardian zufolge fielen der "ersten militärischen Aktion" des neuen Präsidenten mindestens 18 Menschen zum Opfer. Die pakistanische Zeitung Dawn meldet insgesamt 22 Tote. Drei Hellfire-Raketen wurden demnach am Freitag, dem muslimischen Sonntag, von Drohnen auf das Dorf Zharki im pakistanischen Wasiristan abgefeuert. Sie zerstörten angeblich zwei Häuser und töteten 10 Menschen. Stunden später hat ein zweiter Angriff, ebenfalls in Wasiristan, wo sich Gerüchten zufolge Osama Bin Laden aufhalten soll, laut Guardian acht weitere Menschen getötet. Noch ist unklar, wieviele davon Zivilisten und wieviele sogenannte "Militante" waren.

Was die "scharfen Proteste" der pakistanischen Regierung gegen die Verletzung der Souveränität und Gebietshoheit angeht, so könnte es damit nicht weit her sein, deutet zumindest der Guardian-Bericht an an. "Im Privaten´", so munkelt die britische Zeitung, weiche die Entrüstung einer "gelasseneren Einstellung". Was die US-Führung betrifft, ist von Gelassenheit dagegen nicht viel zu spüren. Obama versucht offensichtlich mit Nachdruck und schnell, seine Antworten auf die Problemzonen Afghanistan und Pakistan zu geben und damit sein Profil als Präsident zu schärfen, der nicht zögert, auch zu harten, militärischen Mitteln zu greifen.

Sein neuer Sonderemmissär für die beiden Länder heißt Richard Holbrooke, ein ausgewiesener "Interventionist", der laut Beobachter für seine "aggressiven Diplomatiemethoden" bekannt ist, weswegen er von manchen "Bulldozer" genannt werden soll. Zum anderen wurden in den letzten Tagen Gerüchte laut, wonach der afghanische Präsident Karsai wenig Unterstützung bei der neuen amerikanischen Regierung genießt, weil man mit seiner laxen Politik nicht einverstanden sei. Zudem wurde bekannt, dass in der Nato einige Beunruhigung darüber herrscht, dass die Afghanistan-Mission mit der Aufstockung der US-Soldaten noch deutlicher von den Interessen der USA bestimmt werde.

Aber auch in den USA werden aus Expertenkreisen Befürchtungen über die nächste Zukunft der afghanischen Mission laut, etwa dass man in Gefahr laufe, ein zweites Schlamassel wie im Irak zu erleben.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/122316
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