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Politik & Wirtschaft

Die Ente mit den "Enten"

Japanischer "Madoff" prellt Kunden mit einem Schneeballsystem um eine Milliarde Euro.

Japan hat nun offenbar auch seinen [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29367/1.htmlMadoff]. Kazutsugi Nami, Chef der bankrotten Bettwäschefirma "Ladies & Gentleman" wird beschuldigt, mindestens 37.000 Anleger mit einem betrügerischen Pyramidensystem über eine Milliarde Euro betrogen zu haben. Seinen Anlegern hatte er sogar eine 36-prozentige Rendite versprochen. Er hatte 2004 auch eine eigene virtuelle Währung geschaffen, die er "Ente" taufte. Das ist im Japanischen ein zusammengesetztes Wort aus "Yen" und "Paradies". Diverse Hotels, Geschäfte und Internetseiten hatten die "Enten" als Zahlungsmittel akzeptiert und nicht gemerkt, dass es sich tatsächlich um eine Ente eines Möchtegern-Gurus handelt. Sein System pries er als "Rettung für die Welt". Mit seinen Enten wollte er die Weltwirtschaft revolutionieren und ein "Paradies des Lichts" schaffen.

Nami ist ein alter Bekannter der japanischen Justiz. Als er einst noch kleinere Brötchen gebacken hat, wollte er zwar kein Wasser in Wein verwandeln, aber die Geschäftsidee, Schmutzwasser in Trinkwasser zu verwandeln, brachte ihm 1978 ein Betrugsverfahren und eine Haftstrafe ein. Ein Gefängnis ist für ihn und 20 seiner Mitarbeiter nun erneut die Postanschrift. Auch beim japanischen Mini-Madoff, bestanden seit langem Zweifel an seinem System.

Die japanische Polizei teilte mit, das Schneeballsystem sei schon vor einiger Zeit aufgeflogen. Zweifel an seiner Liquidität kamen schon 2007 auf, als Nami damit begann, die versprochenen Renditen statt in Yen nur noch in Enten zu verbuchen. Später weigerte er sich auch, die Yen-Einlagen wieder zurückzuzahlen.

Ralf Streck07.02.2009
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Kommentare lesen (12 Beiträge)
ohne...
nein, das dürfte ziemlich egal sein...
Hätte er das Pyramidenspiel mit faulen Krediten statt mit Scheingeld gemacht ...

 
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