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26.02.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Merkwürdige Allianzen mit tiefroten Zahlen

Die Allianz-Versicherung hat 2,4 Milliarden Euro Verlust wegen ihrer Beteiligung an der Dresdner Bank eingefahren

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Der größte Versicherungskonzern Europas hat im vergangenen Jahr einen Gesamtverlust von 2,4 Milliarden Euro geschrieben. Die Verluste der Allianz stammen vor allem aus der Beteiligung an der Dresdner Bank, deren Verluste sich für 2008 auf 6,3 Milliarden Euro summieren. Doch auch das Versicherungsgeschäft läuft nicht mehr wie geschmiert. Vor allem in den Bereichen Lebensversicherung und Vermögensverwaltung musste die Allianz Gewinneinbußen hinnehmen. Vor einem Jahr hatte der Versicherungskonzern noch einen Gewinn von 8 Milliarden Euro verbucht.

Inzwischen hat die Allianz das Fass ohne Boden erfolgreich an die Commerzbank weiter gereicht. Der Bund hat die Commerzbank teilverstaatlicht, um ihre Übernahme zu ermöglichen und die Pleite zu verhindern. Insgesamt erhielt die Commerzbank schon 18,2 Milliarden Euro an Staatshilfen, wofür der Bund mit 25 Prozent und einer Aktie eine Sperrminorität erhielt. Zwar beteuert die Commerzbank ihre Solidität, doch der Commerzbank-Chef warnte: "Die Krise dauert an und wir haben noch eine schwere Wegstrecke vor uns". Martin Blessing lokalisiert die Probleme der Dresdner Bank vor allem im Investmentbereich, der nun "so schnell wie möglich" zurückgefahren werde.

Auch der Einstieg des Bundes über die Hintertür bei der Deutschen Bank wird gerade festgezurrt. Das Kartellamt hat gestern die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank abgesegnet. Mit 4,7 Millionen Aktien hat die Deutsche Bank in den letzten Wochen schon gut 2,1 % der Anteile an der Postbank zusammengekauft und dafür die niedrigen Aktienkurse genutzt. In den kommenden Tagen wird sie nun weitere 22,9 Prozent der Anteile der Post übernehmen. Die Post erhält im Tausch rund 8 % Anteile an der Deutschen Bank. Eigentlich wollte die Deutsche Bank für etwa 2,8 Milliarden Euro 29,75 Prozent der Aktien übernehmen, was sie wegen der eigenen hohen Verluste nicht Schultern kann.

Es ergibt sich eine unheilige Allianz. Die halbstaatliche Post, die selbst gerade einen Verlust von 1,7 Milliarden Euro eingefahren hat, wird Teilhaber an der Deutschen Bank, die im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 3,9 Milliarden Euro verbuchen musste, damit die Großbank die Postbank schlucken kann, die ihrerseits einen Verlust von 821 Millionen Euro gemacht hat. Man muss kein Hellseher sein, um zu behaupten, dass eine solche Allianz in der derzeitigen Situation wohl kaum ohne Staatshilfen auskommen kann. Schließlich warnt die Deutsche Bank davor, dass der Absturz der Wirtschaftsleistung in Deutschland 2009 sogar über 5 % liegen könnte.

Und es handelt sich ja nicht um ein deutsches Problem. Die Royal Bank of Scotland (RBS) musste gerade den Rekordverlust von 27 Milliarden Euro (24 Milliarden Pfund) bestätigen. Damit wurde der bisherige Rekord von 22 Milliarden Pfund übertroffen, den Vodafone 2006 aufgestellt hatte, was allerdings die RBS nicht daran hindert, hohe Bonuszahlungen an die Banker auszuschütten.

In den USA hat die ehemalige Investmentbank Merrill Lynch noch deutlich schlechter abgeschnitten, als ohnehin erwartet wurde. Sie war von der Bank of America (BoA) übernommen worden und schloss das letzte Quartal mit einem Minus von 15,84 Milliarden Dollar ab, eine halbe Milliarde mehr als erwartet wurde. Zunächst war die Übernahme als ein tolles Geschäft gefeiert worden. Doch es wird immer deutlicher, dass die neue Tochtergesellschaft ein Fass ohne Boden ist. Schon mehrfach musste die BoA Staatshilfen in Anspruch nehmen. Sie gehört zu den größten Almosen-Empfängern.

So wird die BoA wie bei die großen Citigroup als Kandidat für die Verstaatlichung gehandelt. Das "Wall Street Journal" berichtet nun, eine Einigung zwischen der US-Regierung und der Citigroup über die Erhöhung des Staatsanteils auf 40 Prozent direkt bevorstehe. Die Vereinbarung könne noch heute bekannt gegeben werden, zitierte die Zeitung mit dem Vorgang vertraute Personen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/133583
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