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07.03.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Angriffe von US-Drohnen in Waziristan

Nach einer Umfrage in den Stammesgebieten haben die Drohnen-Angriffe nicht zur Verstärkung antiamerikanischer Positionen in den Stammesgebieten geführt.

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Die Angriffe mit bewaffneten US-Drohnen auf vermeintliche Mitglieder von Taliban oder al-Qaida in den pakistanischen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan sind umstritten. Offiziell verlangt die pakistanische Regierung deren Beendigung, oft wird gesagt, diese würden die Taliban erst recht stärken und die Zentralregierung schwächen, zumal große Teile der Gebiete sowieso bereits Taliban-Land seien.

Die Wirklichkeit könnte allerdings, wie so oft, komplizierter sein. Eine Umfrage des Aryana Institute for Regional Research and Advocacy (AIRRA), das sich mit Sicherheitsrfragen sowie Taliban und al-Qaida in den Stammesgebieten beschäftigt, hat im November und Januar Menschen in Städten befragt, die wie Wana, Ladda oder Parachinar in den Gebieten von Süd- und Nord-Waziristan sowie Kurram liegen, in denen Drohnen-Angriffe häufig erfolgt sind. Repräsentativ ist die Umfrage freilich nicht, zumal sie nur Stadtbewohner umfasst. 550 Fragebogen wurden an Menschen ausgegeben, die geschäftlich oder im Gesundheits-, Bildungs- und Transportwesen tätig sind. 450 wurden ausgefüllt.

55 Prozent sagen, dass die Angriffe mit Drohnen nicht "Angst und Schrecken" in der Bevölkerung verbreiten. 52 Prozent meinen, die Angriffe seien genau, 58 Prozent glauben nicht, dass sie antiamerikanische Gefühle verstärkt haben. 60 Prozent sind der Meinung, dass damit die militanten Organisationen durch die Angriffe geschwächt werden. Und 70 Prozent würden begrüßen, wenn die pakistanische Regierung selbst gezielte Angriffe auf militante Organisationen durchführen würde.

Nach Interpretation der AIRRA sei nicht richtig, was man außerhalb des Paschtun-Gürtels behaupte, dass hier die Mehrheit die Taliban unterstützen. Die Drohnen-Angriffe hätten den Antiamerikanismus nicht verstärkt und eine Mehrheit der Menschen im Paschtun-Gürtel würde gerne im Staat integriert und mit dem Rest der Welt verbunden sein. Zur Unterstützung dieser Folgerungen, die kaum aus den Fragen abgeleitet werden können, weist die Autorin Farhat Taj, die an der Universität Oslo forscht, auf eigene Befragungen hin.

Danach würden zwei Drittel der von ihr Befragten im Paschtun-Gürtel die Taliban und Al-Qaida-Anhänger als Eindringlinge und als die primären Feinde betrachten sowie die Drohnen-Angriffe befürworten, die meist die richtigen Ziele treffen. Taliban und al-Qaida würden in den Gebieten eine Schreckensherrschaft ausüben und die dortige Kultur zerstören.Farhat Taj wirft denen, die anderes behaupten vor, dass sie "Hobby-Analysten" seien und Fantasien nachhingen, die nur den Militanten nützen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/134133
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