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Politik & Wirtschaft

Zumwinkel findet 20 Millionen Pensionsauszahlung "ganz normal"

Die im nun teilverstaatlichten US-Konzern AIG für Finanzprodukte verantwortlichen Mitarbeiter sollen für 2008 Boni in Höhe von 165 Millionen Dollar erhalten.

Da könnte man schon ein wenig neidisch werden. Gerade war der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel noch wegen Steuerhinterziehung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden – erwartungsgemäß zur Bewährung, schließlich konnte er eine Geldbuße von einer Million zahlen..

Zumwinkel kann sich beruhigt auf seine Villa am Gardasee zurückziehen, die auf etwa 5 Millionen Euro geschätzt wird, zumal bekannt wurde, dass er sich noch schnell seine Pension hat auszahlen lassen und diese auch erhalten hat. Es handelt sich immerhin um einen Betrag von 20 Millionen Euro, den der einstige Chef des privatisierten Staatsunternehmen, der noch im Aufsichtsrat von weiteren privatisierten Staatsunternehmen (Telekom, Lufthansa) saß, sich einheimste.

Für Zumwinkel, der sich hier ebenso ungeniert bedient, wie er den Staat betrogen hat, "ein ganz normaler Vorgang". Damit sei er schließlich auch nicht alleine, womit er sicher recht hat: "Ich bin doch nicht der einzige, der sich seine Rente frühzeitig ausbezahlen lässt. In meinem Arbeitsvertrag war die Wahlmöglichkeit vorgesehen, und ich habe die Möglichkeit der Kapitalbasis wahrgenommen."

Von Verantwortung hört man auch hier nichts, während die Politiker pflichtschuldigst schimpfen. Selbst Dirk Niebel. Gemeralsekretär der FDP, stimmt ein und sagt, er könne die Empörung verstehen.

Noch krasser ist allerdings, dass der Versicherer A.I.G. in den USA ausgerechnet den Mitarbeitern der Abteilung für Finanzprodukte 165 Millionen Boni auszahlen will, die das Unternehmen in den Bankrott getrieben hätten, wenn der Staat nicht mit mehr als 170 Milliarden eingesprungen wäre. Einzelne aus der Abteilung sollen für ihre "Erfolge" bis zu 3 Millionen Dollar erhalten. Bereits im Dezember waren an die Abteilung 55 Millionen geflossen.

Schon zuvor waren an die Vorstände und andere Mitarbeiter Boni in Höhe von über 120 Millionen geflossen. Das Unternehmen gehört nun zu 80 Prozent dem Staat. A.I.G. verteidigt die Bonizahlungen, weil man doch die besten Mitarbeiter halten müsse, was allerdings eine etwas seltsame Argumentation zu sein scheint. Überdies seien die Boni schon vor der Krise bewilligt worden, weswegen man sie auch auszahlen müsse, was nur wiederum heißt, dass die Spieler im Finanzkasino ohne persönliches Risiko ihre Einsätze gemacht haben. In Vereinbarung mit dem Finanzministerium haben die 50 höchsten Führungskräfte zugestimmt, erst einmal nur die Hälfte der für 15. März fälligen Boni in Höhe von 9,6 Millionen Dollar ausgezahlt zu bekommen. Der Rest kommt in zwei weiteren Auszahlungen, wenn die Manager Fortschritte beim Verkauf von Unternehmenssparten und zur Rückzahlung der staatlichen Hilfen gemacht hätten.

Florian Rötzer15.03.2009
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kaiserschmarrn
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