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21.03.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Auf leisen Sohlen aus dem Dollar

Zu viele Devisen können auch zum Problem werden

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Der Dollar schwächelt mal wieder und macht damit deutlich, was Insidern schon seit ein paar Jahren klar ist: China hat ein Dollar-Problem. Es ist der größte Gläubiger der USA und hält derzeit nach offiziellen US-amerikanischen Angaben von Anfang des Jahres knapp 700 Milliarden US-Dollars an Staatsanleihen, so genannte Treasuries. Das ist allerdings nur ein Teil der chinesischen Dollar-Reserven. Ein nicht genau bekannter Teil wird in anderen Papieren gehalten, unter anderem auch in einigen der phantasievollen Kreationen, in denen private Hypotheken versteckt wurden.

Da die USA nun offensichtlich gewillt sind, die Notenpresse anzuwerfen, wird man in China ein wenig nervös: Qin Gang, Sprecher des chinesischen Außenministerium machte am Donnerstag deutlich, dass man hoffe, dass die USA für die Sicherheit der chinesischen Investitionen Sorge tragen. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass die Regierung in Beijing die Lage einfach in Gottvertrauen aussitzt.

Um sich einigermaßen abzusichern, müsste sie etwa die Hälfte ihrer Währungsreserven in Dollar und den Rest in anderen Währungen bzw. anderen Werten halten. Dann würden Verluste durch eine Dollarabwertung halbwegs ausgeglichen, weil die anderen Währungen vermutlich in dem Maße zulegen, wie der Dollar verliert. Die entscheidende Frage ist, wie groß ist eigentlich der chinesische Devisenschatz. Offiziell umfasste er Ende 2008 etwa 1,95 Billionen US-Dollar. De meisten Beobachter gehen davon aus, dass davon etwas 70 Prozent in Dollar und der Rest in Euro, Franken, Yen & Co. gehalten wurde.

Allerdings meinen einige, wie etwa der Blogger Brad Setser, dass die Reserven, wenn man staatliche Banken und anderes mit einrechne, eher 2,4 Billionen US-Dollar umfassen. Nach Setsers Schätzungen müssten davon etwa 1,6 Billionen in Dollar-Papieren gehalten werden.

Das veranlasst W Joseph Stroupe vom Global Events Magazine in der Asia Times online zu spekulieren, ob Chinas Devisenbehörde, für die die sinnige Abkürzung SAFE gefunden wurde, vielleicht einfach diese grauen Devisenreserven umschichtet. Ein Jahr veranschlagt er für eine entsprechende Operation, die diskret durchgeführt werden müsste.

Das Problem für die Volksrepublik ist nämlich, dass ein offener, massiver Verkauf von Dollar-Papieren rasch eine Panik auslösen würde, was aus verschiedenen Gründen nicht im chinesischen Interesse sein kann. Sie würde die restlichen Dollar-Investitionen entwerten, das internationale Währungsgefüge ins Rutschen bringen und dadurch nicht zuletzt der chinesischen Exportindustrie schaden. Also, so Stroupe, ist es das beste, eine solche Operation verdeckt durchzuführen. Würden die geschätzten 450 Milliarden US-Dollar sämtlich in anderen Währungen geparkt, so wäre das Fifty-Fifty-Verhältnis hergestellt und die Risiken minimiert.

Statt des Kaufs anderer Währungen kommt dafür auch der Erwerb von Schürflizenzen, der Einstieg bei Bergbauunternehmen wie Rio Tinto sowie das Anlegen von strategischen Reserven für Öl, Kupfer und Ähnlichem in Frage. Dafür sprechen nicht zuletzt niedrige Rohstoffpreise und Zahlungsschwierigkeiten von Konzernen, deren Managern vor noch weniger als einem Jahr die Dollarzeichen in den Augen standen, als die Preise für alles was aus der Erde zu holen ist in den Himmel schossen.

Eine andere Option ist der Einkauf wichtiger Infrastruktur. So hat Siemens am Freitag verkündet, dass chinesische Unternehmen bei den Bayern 100 ICE-Züge bestellt haben, die für die im Bau befindliche Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Beijing und Shanghai vorgesehen sind. Umfang des Vertrags für die Bayern: 750 Millionen Euro. Insgesamt planen chinesische Behörden, so Siemens, den Ankauf von 1000 Hochgeschwindigkeitszügen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/134941
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