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09.04.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Bund bietet deutlich mehr

Für Aktien der Hypo Real Estate (HRE) bietet er 16 % über dem aktuellen Börsenwert

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Es ist mehr als absurd. Der Bund hat schon 102 Milliarden Euro in den maroden Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) gepumpt und macht nun den Aktionären ein Übernahme-Angebot. Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) teilte am Donnerstag in Frankfurt mit, das Transaktionsvolumen betrage bis zu 290 Millionen Euro. Den Aktionären, deren Aktien ohne die Geldspritzen des Bundes längst keinen Cent mehr wert wären, soll pro Aktie ein Preis von 1,39 Euro bezahlt werden. Das Angebot liegt 16 % über dem Tageskurs der HRE, der gestern bei 1,23 Euro lag. Die Soffin räumt in ihrer Pressemitteilung ein, dass der Preis sogar noch 10 % über dem Durchschnittskurs von Anfang bis Mitte Februar liegt.

Als Drohkulisse, das Angebot anzunehmen, hatte Bundespräsident Köhler am Dienstag das Banken-Übernahmegesetz unterzeichnet. Auf dieser Grundlage können die Aktionäre scheinbar enteignet werden, wenn die Verhandlungen über einen freiwilligen Verkauf scheitern sollten. Die SoFFin will die Kontrolle über die HRE "sehr zügig" übernehmen, da deren Insolvenz eine "kaum abschätzbare Auswirkungen auf die nationalen und internationalen Finanzmärkte" habe, begründet die Soffin das Angebot. Man wolle den Finanzmarkt auf privatwirtschaftlichem Wege und unter Einhaltung der bestehenden Marktusancen stabilisieren.

Der Bund hält nach offizieller Lesart bisher 8,7 % am Kapital der HRE, obwohl er schon ein Vielfaches des aktuellen Börsenwerts von knapp 257 Millionen Euro bezahlt hat. Nun will der Bund mindestens weitere 42,3 % der Aktien erwerben, um die "Kontrollmehrheit" zu erhalten, wie es die Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigte, weil es Finanzminister Peer Steinbrück irgendwann gedämmert war, dass man viel Geld in das Institut gepumpt hat, "ohne dass irgendein direkter Einfluss zur Umstrukturierung gegeben ist". Deshalb müssen erneut bis zu 290 Millionen vom Steuerzahler aufgebracht werden, um weitere Fehler der Regierung auszubügeln, die sich im Rahmen der HRE stapeln.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/135998
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