US-Großbanken fallen beim Stress-Test durch
Nach dem "Stress-Test" gelten Bank of America und Citigroup nicht als krisensicher.
Die US-Regierung unter Barack Obama hält nach ihrem Stress-Test die beiden Großbanken Bank of America und Citigroup nicht für krisensicher. Sie fordert deshalb, dass die beiden Banken ihr Kapital aufstocken müssen. Auch nach den ohnehin schwachen Kriterien des Stress-Tests klaffe bei den Banken eine potenzielle milliardenschwere Finanzierungslücke berichtete das Wall Street Journal mit Bezug auf Prüfer.
Die US-Aufsichtsbehörden wollen demnach die Bank of America und die Citigroup zur Aufnahme frischen Kapitals zwingen. Da im Bankenrettungsfonds TARP nur noch 110 Milliarden US-Dollar vorhanden sind und private Investoren sich angesichts der aufgehübschten Bankbilanzen mit Investitionen weiter zurückhalten werden, bleibt als Lösung nur die Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien und damit wird der Staat zum Großaktionär bei den Großbanken.
Erwartet wird auch, dass Wells Fargo, die angeblich ebenfalls schon wieder schwarze Zahlen schreiben will, und mehrere Regionalbanken schlecht bei der Prüfung der 19 Großbanken abschneiden werden. Sie haben viele gewerbliche Immobilienkredite und Darlehen an die Baubranche vergeben, von denen viele vermutlich längst faul sind.
Interessant ist, dass die Einlagensicherungsbehörde (FDIC) Abstand nimmt von der bisherigen Doktrin, dass eine Großbank nicht abgewickelt werden könne. Die FDIC-Chefin Sheila Bair erklärte, die "Too big to fail"-Dokrtin gehöre in den Mülleimer. Anders als bei der merkwürdigen Diskussion um die Hypo Real Estate (HRE) in Deutschland will die FDIC die Kompetenzen erhalten, um auch systemisch wichtige Banken zu schließen. "Angesichts der jahrelangen Erfahrung mit der Abwicklung von Geldhäusern, sind wir bestens geeignet dafür, solch ein Programm zu leiten."
In die HRE wurden bisher schon 102 Milliarden gepumpt und nun soll erneut viel Geld zur Verstaatlichung ausgegeben werden. Die Vorgänge um das HRE-Debakel, das auch Steinbrück-Debakel genannt werden kann, wird nun im Bundestag durch einen Untersuchungsausschuss geprüft, den die Opposition gegen die große Koalition durchgesetzt hat.
Da sollten sich CDU und SPD die Aussagen von Bair einmal anhören: "Steuerzahler sollten nicht dafür bluten, dass insolvente und nicht lebensfähige Institute gestützt werden, nur weil es keine Abwicklungsverfahren gibt." Auch andere Experten pflichten der FDIC-Chefin bei: "Wenn die FDIC die Kompetenz gehabt hätte, auch systemisch wichtige Institute zu schließen, wäre die Rechnung für den Steuerzahler wesentlich geringer ausgefallen", sagte Sung Wun-Sohn, Professor an der California State University und ehemaliger Chefvolkswirt von Wells Fargo.
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
