H1N1-Schweinegrippe scheint relativ mild zu sein
Zwar fanden auch in Deutschland und Spanien erste Mensch-zu-Mensch-Ansteckungen statt, aber bislang ist der neue Virus weitaus weniger gefährlich wie die normalen Grippeviren.
In Deutschland hat erstmals nach Beginn der Schweinegrippe eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung stattgefunden, wie das Robert Koch Institut mitteilte. Eine Krankenschwester war vermutlich von einem Reisenden, der den Grippevirus aus Mexiko mitbrachte, infiziert worden. Sie sei aber inzwischen wieder gesund. Damit gab es in Deutschland insgesamt 5 bestätigte Infektionen, davon 4 in Bayern.
Auch in Spanien wurde eine erste Mensch-zu-Mensch-Ansteckung nachgewiesen. Bei der Mexiko-Reise von Barack Obama hatte sich ein Sicherheitsberater angesteckt, der aber nicht mit dem Flugzeug des Präsidenten zurückflog. Ein Flug von München nach Washington wurde gestern in Boston unterbrochen, um eine Frau, die von grippeähnlichen Symptomen berichtete, ins Krankenhaus zu bringen.
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In keiner Weise kommt die Grippe-Schweinegrippe bislang den jährlichen normalen Grippe-Epidemien gleich, auch nicht in Mexiko und den USA. Die Befürchtungen vor dem Ausbruch einer Pandemie scheinen bislang übertrieben zu sein, manche Vorsichtsmaßnahmen, vor allem in Mexiko, wo dem Land eine mehrtätige Klausur und nicht für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung notwendigen Betrieben die Schließung verordnet worden war. Die Menschen sollten Zuhause bleiben, so Präsident Calderon, dort sei es am sichersten. Manche sprechen bereits davon, dass mit der Hysterie jetzt Schluss gemacht werden müsse, weil sie in keiner Weise dem geringen Risiko entspräche.
Eine schnelle Bekämpfung der Grippe ist für Mexiko sicher wichtig, weil auch bei einer wenig begründeten Angst, Tourismus und Wirtschaft getroffen werden können. Allerdings erhöhen scharfe Vorsichts- und Eindämmungsmaßnahmen zwar die Sicherheit, aber auch die Angst, weil dadurch auch das Risiko größer zu werden scheint. Wie weit die Sicherheitsmaßnahmen in Mexiko die Verbreitung eingedämmt haben, ist unbekannt, jetzt scheint die Zahl der Neuerkrankungen erst einmal zurückzugehen, die anderen Folgen sind eher klar. Die Arbeitgeber müssen ihren Angestellten, wenn sie die Betriebe nach Anweisung der Regierung für 5 Tage schließen, beispielsweise keinen Lohn zahlen, da eine Grippe den Eintritt einer höheren Gewalt darstellt. Trotz der Maßnahmen haben viele Touristen das Land verlassen, Hotels berichten von Ausfällen bis zu 90 Prozent, an die 100.000 Arbeitsplätze seien in Gefahr.
Nancy Cox vom CDC gab bekannt, dass dem H1N1-Virus die Virulenz fehle, die den Erreger der Spanischen Grippe gefährlich machte, möglicherweise ist er sogar weniger gefährlich als die Erreger der jährlichen Grippeepidemien, allerdings zeige er eine ungewöhnliche Kombinationen aus Genen von Menschen und Schweinen. Auch das European Centre for Disease Prevention and Control spricht von leichten Grippeinfektionen. Allerdings ist es häufig so, dass die erste Grippewelle schwach ist, der Virus aber nach weiteren Veränderungen aber gefährlicher wird und es in einer zweite Welle – wie etwa im Fall der Spanischen Grippe – zu einer schweren Pandemie kommt.
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