Piratenpartei mit mindestens einem Sitz im Europaparlament
Auch die schwedischen Grünen profitierten offenbar vom Thema Filesharing
Einer Hochrechnung zufolge schaffte es die Piratenpartei in Schweden mit einem Stimmanteil von über sieben Prozent mindestens einen Abgeordneten ins Europaparlament zu entsenden. Allerdings verteilen sich die ihr zugeflossenen Stimmen relativ ungleich und machen einen Generationskonflikt ebenso wie einen Geschlechterunterschied sichtbar: Bei den Wählern unter 30 kam die Partei, die dem schwedischen Wahlforscher Sören Holmberg nach bei der Jugend mittlerweile bedeutender ist als Sozialdemokraten und Konservative, auf 19 Prozent. Unter männlichen Wählern insgesamt konnte sie 12 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, unter Frauen dagegen nur vier. Das wichtigste europapolitische Thema für die Wähler der Partei war Umfragen zufolge Filesharing.
Einen unerwarteten Zuwachs konnten die schwedischen Grünen verbuchen, die ihr Ergebnis mit über 10 Prozent fast verdoppelten. Ihr Erfolg hängt möglicherweise damit zusammen, dass sich Peter Sunde von The Pirate Bay wenige Tage vor der Wahl in der Kampagne Vote or Die in 2009 überraschend dafür ausgesprochen hatte, "europaweit" die Grünen zu wählen. Ebenfalls verbessern konnte sich die sozialliberale Volkspartei, die nun bei über 13 Prozent liegt.
Die Linkspartei kommt dagegen mit weniger als sechs Prozent nicht einmal auf die Hälfte ihres bisherigen Stimmanteils. Noch deutlich schlechter schnitt die euroskeptische Juniliste ab, die von fast 15 auf unter vier Prozent absank und möglicherweise gar keinen Abgeordneten mehr ins Europaparlament entsenden darf. Konservative (18 - 19 Prozent) und Sozialdemokraten (24 – 25 Prozent) hielten dagegen in etwa ihre Ergebnisse vom letzten Mal, zeigten sich davon aber sehr enttäuscht. Leichtere Stimmverluste in Höhe von etwa einem Prozent gab es für die Christdemokraten und die bäuerlich ausgerichtete Zentrumspartei, die beide ungefähr fünf Prozent der Stimmen für sich verbuchen.
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