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17.06.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Kein Kampf um Bildungsprivilegien

Mit Demonstrationen in über 70 Städten erreichte der Bildungsstreik einen ersten Höhepunkt

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Lehrer, Dozenten, Schüler und Lehrende haben am 17. Juni in ca. 70 Städten in der ganzen Republik Rettungsschirme für Bildung gefordert. Die größte Demonstration fand mit ca. zwanzigtausend Menschen in Berlin statt.

Die große Zahl kam auch deshalb zusammen, weil die Hochschulleitung der Freien und der Technischen Universität den Kommilitonen für die Proteste freigegeben haben. Auf vielen Transparenten hieß es: "Auch Bildung ist systemrelevant." Damit wollen die Studierenden ausdrücken, dass nicht nur für Opel Milliardenbeiträge bereitgestellt werden sollen.

Doch viele Demonstrierende begnügen sich nicht mit der Forderung nach mehr Geld. Eine zentrale Forderung ist die Abschaffung der Bachelor- und Masterstudiengänge, wie Studierendenvertreter Jan Latza betont. Überfüllte Hörsäle und Verschulung des Studiums lauteten die häufigsten Klagen der Kommilitonen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan hatte in einem Interview die Forderung nach Abschaffung des Bachelor-Studiums mit dem Verweis auf die europaweite Gültigkeit zurückgewiesen. Deshalb sind auch die Proteste gegen den sogenannten Bologna-Prozess längst international, kontert Ben Stolz von der FU-Berlin. Der Bildungsstreik-Aktivist bezeichnet es als ersten Erfolge der Proteste, dass eine Studierendendelegation zur Sitzung der Kultusministerkonferenz eingeladen wurde, die am 18. und 19. Juni in Berlin stattfinden wird.

Diese Konferenz dürfte die Bildungsproteste ein weiterer Höhepunkt der Bildungsproteste werden. Denn die sind mit den Großdemonstrationen nicht beendet. In vielen Städten bleiben Teile der Hochschuleinrichtungen weiter besetzt und dienen nicht als Aktionszentrale. Dass es kein Kampf um Bildungsprivilegien, zeigte eine Protestaktion am 16. Juni an der TU-Berlin, wo sich Studierende mit den Beschäftigten des Studentenwerks solidarisierten, denen Lohnkürzungen drohen. "Die Kämpfe für ein soziales Bildungssystem und für würdige Arbeitsbedingungen und guten Lohn gehören untrennbar zusammen", begründete eine Aktivistin gegenüber Telepolis die Aktion.

Am 18.Juni wollen Schüler und Studierenden in vielen Städten im Rahmen der "Aktion Banküberfall" daran erinnern, dass Geld für die Bildung vorhanden ist, nur bisher anders verteilt wird.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/140598
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