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20.06.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Deflationstendenzen nehmen deutlich zu

In den USA sanken die Preise im Mai um 1,3 % , in Deutschland die Erzeugerpreise um 3,6%.

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Erstmals seit sechs Jahrzehnten sind die Verbraucherpreise im Mai in den USA um 1,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat gesungen. Damit hat sich die gefährliche Tendenz zur Deflation deutlich verstärkt. Erstaunlich ist, dass allgemein die Volkswirte die gefährliche Deflation für unwahrscheinlich halten. Dabei hat sich der Preisverfall im Mai verstärkt, obwohl die Ölpreise seit zwei Monaten wieder deutlich steigen und die Marke von 70 US-Dollar schon gerissen haben. Offenbar hofft man sogar auf weiter steigende Energiepreise als eigenartiges Mittel zu Deflationsbekämpfung.

Eines ist aber klar, ausgehend von Japan sind die Deflationstendenzen über die USA auch längst nach Europa geschwappt. Erstmals in der Geschichte der Eurozone ist die Inflationsrate in Euroland auf Null gesunken, hat die Statistikbehörde Eurostat mitgeteilt. Insgesamt stagnierten die Verbraucherpreise in den 16 Euro-Ländern im Vergleich zum Mai 2008. In Deutschland habe die Inflationsrate im Mai erstmals seit 22 Jahren wieder bei Null gelegen, hatte das Statistische Bundesamt vergangene Woche mitgeteilt. In sechs Ländern der Eurozone sanken die Preise sogar und auch in Irland (-1,7 %), Portugal (-1,2 %) und in Spanien und Luxemburg (- 0,9 %). Auch in Frankreich (-0,3 %) und Belgien (-0,2 %) sind die Deflationstendenzen schon deutlich spürbar.

Bei den Ländern wie USA, Irland und Spanien, die seit Monaten einen Preisverfall verzeichnen, zeigt sich auch, dass sich die Tendenz verstärkt. Im März wurde in Irland noch ein Preisverfall gegenüber dem Vorjahresmonat von 0,7 % verzeichnet, in den USA waren es 0,4% und in Spanien 0,1 %. Obwohl der Preisverfall in Spanien gegenüber Irland noch gering war und geringer ist, sieht die New York Times große Gefahren dafür, dass sich dort die gefährliche Abwärtsspirale in Gang gesetzt hat: "Die Kombination aus einer steigenden Arbeitslosigkeit und dem Preisverfall lässt die Ökonomen befürchten, dass sich Spanien in der Eingangsphase zu einer Deflation befindet, das Vorzimmer zu Vorgängen wie der Großen Depression", schrieb das Blatt und bezieht sich damit auf die Rekordarbeitslosigkeit in der EU mit über 18 % .

Der Blick auf die Erzeugerpreise in Deutschland zeigt, dass auch hier wohl die Preise sinken werden. Die Erzeugerpreise sind im Mai so stark gefallen wie seit 22 Jahren nicht mehr. Das Statistische Bundesamt (Destatis) teilte heute in Wiesbaden mit, dass der Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 % gesunken ist. Einen stärkeren Rückgang habe es zuletzt im April 1987 gegeben. Bei den erfassten Produkten handelt es sich um Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden. In der Rezession sind vor allem Metalle, Futtermittel und Energie billiger geworden.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/140795
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