p
22.06.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Klerikale Elite Irans soll Sturz der iranischen Führung planen

Nach Medienberichten wird in geheimen Treffen in der heiligen Stadt Qom unter Leitung von Rafsandschani die Absetzung von Khamenei und Ahmadenidschad diskutiert.

  • drucken
  • versenden

Angeblich sucht die klerikale Machtelite im Iran nach einer Möglichkeit, den obersten geistlichen Führer Kahmenei, der sich hinter Ahmadenidschad gestellt und damit das harte Vorgehen gegen die Demonstranten gebilligt hat, zu stürzen und durch eine kollektive Führung zu ersetzen. Zudem soll in den geheimen Treffen darüber gesprochen worden sein, Ahmadiedschad zum Rücktritt zu zwingen.

Der Fernsehsender Al-Arabija will dies von Informanten aus der heiligen Stadt Qom erfahren haben, in der sich die geistlichen Führer und der Expertenrat, der den obersten geistlichen Führer wählt, getroffen haben, dem der ehemalige Präsident Rafsandschani vorsteht. Der Ajatollah ist ein Schüler von Chomenei, einer der reichsten und einflussreichsten Männer des Iran und hatte den Gegenkandidaten Mussawi im Wahlkampf gemeinsam mit dem ehemaligen Reformerpräsidenten Khatami unterstützt, der gerade wieder das Vorgehen gegen die Demonstranten kritisiert und die Freilassung der Festgenommenen gefordert hat, während er die Überprüfung des Wahlergebnisses durch den Wächterrat kritisiert und eine unabhängige Überprüfung fordert.

Gestern waren fünf Familienangehörige von Rafsandschani vorübergehend wegen der Beteiligung an den Protesten festgenommen worden, darunter auch seine Tochter. Auch andere Ajatollahs hatten das Vorgehen der Sicherheitskräfte und die Verbote der Demonstrationen kritisiert, aber auch Bedenken an der Korrektheit der Wahlen angeordnet. Die Mutmaßungen, dass Geistliche nun einen Komplott gegen die Machthaber planen, könnten daher durchaus zutreffen. Rafsandschani ist überdies noch Leiter des Schlichtungsrats, der zwischen Wächterrat und Staat vermitteln soll. Beide Ämter Rafsandschanis verleihen ihm eine große Machtfülle und viele Strippen, an denen er ziehen kann. Er galt auch vor den Protesten als einer der Kandidaten für den Posten des obersten Geistlichen, den jetzt noch Khamenei innehat.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/140866
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS