Tauss: SPD-Abgeordnete haben vom Internet weniger Ahnung als von Kühen
Der Ex-Genosse kritisiert unter anderem "Borniertheit" und "technisches Desinteresse" seiner ehemaligen Parteifreunde
Nach seinen am Wochendende verkündeten Austritt aus der SPD kritisiert deren ehemaliger "Internetexperte" Jörg Tauss auf dem Politportal abgeordnetenwatch.de mit deutlichen Worten seine frühere Parteiführung: Für den SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering und den Fraktionschef Peter Struck ist das Internet Tauss zufolge lediglich eine Art Post "ohne Portokosten". Viele SPD-Abgeordnete könnten sich darunter sogar "immer noch weniger vorstellen als unter einer Kuh" und würden das Netz vor allem als Bedrohung wahrnehmen.
Dieser Kenntnisstand bestimmte seiner Ansicht nach auch das Verhalten in der Debatte um das "Zugangserschwerungsgesetz", gegen das inklusive ihm selbst nur drei SPD-Abgeordnete votierten. Laut Tauss bestimmten "Borniertheit, Uninformiertheit, technisches Desinteresse, die gute Absicht, wenigstens 'etwas' zu tun und Angst vor der BILD-Zeitung" die Haltung der Fraktion.
Der SPD-Verhandlungsführer Martin Dörmann, der den Gesetzentwurf mit der Union ausgehandelt hatte, habe diesen zudem als "guten Kompromiss" und "Verhandlungserfolg" angepriesen und Kritik ignoriert. Dörmann verließ sich Tauss zufolge ausschließlich auf das, was ihm die Bundesnetzagentur und sein Referent vorsetzen und ist nun "beleidigt", dass man "'sein' Werk nicht auch noch lobt."
Bereits vor zwei Jahren machte die SPD-Politikerin Brigitte Zypries auf sich aufmerksam, als in einem Interview mit Kindern klar wurde, dass sie nicht weiß, was ein Browser ist. In der letzten Woche wurde Zypries vom Branchenverband eco als "Internetpolitikerin des Jahres" ausgezeichnet.
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