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02.07.2009Politik-News
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Chinas Sorgen

Zentralbank fürchtet Dollarschwäche und wirbt erneut für neues Währungssystem

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Aus China kommen erneut Stimmen, die fordern, den US-Dollar als internationale Referenzwährung abzuschaffen, und durch Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds zu ersetzen. Die Chinesische Volksbank, die Zentralbank des Landes, hat sich letzte Woche in ihrem jährlichen Finanzstabilitätsbericht besorgt darüber geäußert, dass das Rückgrad des Welthandels von einer geringen Zahl nationaler Währungen gebildet wird. Zugleich kritisierte sie die USA wegen ihrer lockeren Geldpolitik berichtet die Financial Times. Die Zeitung zitiert gleichzeitig Beobachter, die von zunehmenden Spannungen innerhalb der chinesischen Führung reden. Den finanzpolitischen Bedenken der Volksbank stehen Überlegungen gegenüber, die USA nicht zu sehr zu reizen und vor allem deren Ökonomie nicht zusätzlich zu gefährden.

Die Volksbank spricht sich in ihrer Stellungnahme eindeutig für eine supranationale Lösung aus, das heißt, für eine globale Reservewährung, die nicht mehr von einzelnen Regierungen kontrolliert werden kann. Der Bankbericht schlägt dafür erneut die Sonderziehungsrechte (SDR) des Internationalen Währungsfonds vor. Der Wert der SDR ist bereits an einen Korb von Währungen gekoppelt, den zu vergrößern China fordert. Gegenwärtig ist die Zusammensetzung wie folgt: 44 Prozent US-Dollar, 34 Prozent Euro, je elf Prozent Yen und Pfund. Am 16. Juni hatten sich auch die Staatschefs der so genannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China für ein "stärker diversifiziertes" Währungssystem ausgesprochen.

China hält derzeit nach offiziellen Angaben ausländische Währungen im Wert von 1,95 Billionen US-Dollar. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass noch einige hundert Milliarden US-Dollar zusätzlich an ausländischen Devisen im Besitz chinesischer Banken sind. Von den offiziellen Reserven sind 64 Prozent in US-Dollar angelegt. Mit 763,5 Milliarden US-Dollar ist die Volksrepublik der größte Besitzer von US-Staatsanleihen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg ist seit April der Ankauf neuer Anleihen durch die Volksrepublik zum Erliegen gekommen, nach dem sie in den vorhergehenden 12 Monaten eifrig neue US-Schuldpapiere aufgekauft hatte. Gleichzeitig wurde jedoch schon seit längerem eine Umschichtung von langfristigen zu kurzfristigen Papieren vorgenommen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/141430
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