China will einen Teil seiner Importe künftig in Yuan bezahlen
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass China seinen Unternehmen erstmalig erlaubt, Außenhandelsgeschäfte in der eigenen Währung, dem so genannten Volksgeld Renminbi abzuwickeln. (Die Einheit wird Yuan genannt.) Transaktionen in Yuan mit dem Ausland können künftig über Banken in Shanghai, Guangzhou, Shenzhen und zwei weiteren südchinesischen Städten durchgeführt werden. In Frage kommen werden vor allem Geschäftspartner in Hongkong, Macao (beides autonome Einheiten, die zur Volksrepublik gehören, aber ökonomisch und innenpolitisch weitgehend eigenständig sind) sowie den zehn Staaten der Südostasiatischen Allianz ASEAN.
Für China ist das ein weiterer Schritt, seine Währung auf dem internationalen Markt zu etablieren. In den letzten Monaten waren bereits mit verschieden Ländern Abkommen zum Währungstausch abgeschlossen worden, die auf der bilateralen Ebene eine der Vorbedingungen sind, um Warenaustausch in den jeweiligen Landeswährungen abzuwickeln, anstatt in international anerkannten Devisen wie US-Dollar (hauptsächlich) und Euro (seltener).
David Goldmann gibt in seinem Blog auf Asia Times Onlnie eine interessante Erklärung für die chinesische Politik. Beijing habe aus ökonomischen und regionalpolitischen Gründen keineswegs an einer Schwächung des Dollars und der Rolle der USA Interesse. Zum einen, weil die USA auch weiter chinesische Produkte kaufen sollen, zum anderen, weil sie vermittelnd in den verschiedenen nachbarschaftlichen Rivalitäten in der Region wirke.
Allerdings könne sich China nicht mehr sicher sein, dass die USA diese Rolle auch in Zukunft spielen werde. Der Trend, sich im regionalen Handel von der USA und dem US-Dollar unabhängig zu machen, werde also mehr oder weniger notgedrungen verfolgt.
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