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Politik & Wirtschaft

Hunderte könnten während der Proteste im Iran getötet worden sein

Mit Spannung wird erwartet, ob der mächtige Rafsadschani in der Freitagspredigt die Reformer unterstützen wird.

Der ehemalige Präsident Rafsandschani, Vorstand des wichtigen Expertenrats, der sich zunächst hinter Mussawi und die Proteste gegen die Wahl gestellt hatte und dann offenbar doch wieder mit dem obersten Geistlichen Khamenei einen Deal geschlossen hat, wird heute die Freitagspredigt halten.

Wie er sich nun zu dieser bedeutsamen Gelegenheit verhalten wird, ist offen. Anscheinend hat man aber Sorge, dass er sich doch wieder auf die Seite der Reformisten und Ahmadinesdschad-Gegner schlagen könnte, weswegen der Geheimdienstminister Gholam-Hossein Mohseni-Eje'i schon einmal vor Unruhen warnte. Mussawi hat erklärt, dass er an der Freitagspredigt teilnehmen wird.

Inzwischen wurde berichtet, dass angeblich sehr viel mehr Menschen als offiziell zugegeben während der Proteste nach den Wahlen ums Leben gekommen sein könnten. Die Regierung sprach von 20 Toden, es könnten aber auch Hunderte sein, die in geheimen Leichenhäusern versteckt wurden. Ob das tatsächlich zutrifft, lässt sich nicht eruieren.

Die International Campaign for Human Rights sagt, die Regierung drohe den Familien von Opfern zu berichten. Viele würden sich nicht trauen, sagte ein Vertreter dem Guardian, aber nach Aussagen von denjenigen, die wagten, sich zu äußern, und nach Statistiken der Krankenhäuser sollen es mehr als 100 sein. Zeugen würden davon berichten, dass Hunderte von Leichen in Gebäuden aufbewahrt würden. Unklarheit besteht auch darüber, wie viele Personen verhaftet wurden.

Florian Rötzer17.07.2009
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