Die SPD demontiert sich weiter
Kanzlerkandidat Steinmeier erweist sich als Leiter der Abwracktruppe der Partei.
Wie zu erwarten war, kann der blasse SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier die Stimmung im Land mit seinem Kompetenzteam und seinem Versprechen zur Schaffung von Millionen neuen Arbeitsplätzen nicht herumreißen.
Nach der neuesten, für den Stern durchgeführten Forsa-Umfrage sackte die SPD sogar noch einmal um 3 Prozent auf nunmehr 20 Prozent ab. Damit nähert sie sich den kleinen Parteien an, die alle zumindest ein wenig zulegen konnten, die Linke sogar um 2 Prozent auf jetzt 11 Prozent. Die Grünen konnten ebenso wie die FDP einen Punkt mehr erzielen und liegen nun bei 13 bzw. 14 Prozent.
Die Union büßt hingegen auch einen Punkt ein und steht bei 37 Prozent. Das würde noch für eine Koalition mit der FDP reichen, aber der Trend scheint weiter weg von den "Volksparteien" zu den ideologisch straffer ausgerichteten Parteien zu gehen. Auch eine große Koalition ist weiterhin denkbar. Voraussagen ließe sich dann allerdings, dass damit das Ende der beiden Volksparteien beschleunigt würde.
Ob die Dienstwagenaffäre von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt tatsächlich der Auslöser für den erneuten Absturz der SPD war, ist fraglich. Vermutlich wurde das nur als weitere Bestätigung für die mangelnde Glaubwürdigkeit der Partei gesehen, die nicht in der Lage war, selbst intern für einen neuen Schwung mit neuen Leuten zu sorgen und deren Politik wenig Kontur hat. Steinmeier und Co. treten nicht aus dem Schatten von Schröder heraus und agieren als Abwracktruppe der SPD. Eine Prämie gibt’s dafür allerdings nicht. Verwunderlich ist freilich, warum die Union weiterhin gut dasteht. Liegt es daran, dass Angela Merkel politisch kein Profil hat - und die Menschen das Durchwursteln ohne jede politische Vision schätzen, weil es ihrer eigenen Haltung entspricht?
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