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14.08.2009Politik-News
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Die US-Einzelhandelsumsätze brechen weiter ein

Überall wird das Ende der Rezession gepredigt und auch in den USA hatte die Notenbank (FED) in den Chor eingestimmt.

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Überall wird das Ende der Rezession gepredigt und auch in den USA hatte die Notenbank (FED) in den Chor eingestimmt. Doch auch mit der Ausweitung der Konjunkturprogramme über die Abwrackprämie, kann wohl in den USA keine gute Stimmung simuliert werden. Die Einzelhandelsumsätze zeigen eine Realität, die den angeblichen Aufschwungtendenzen, die allüberall kund getan werden, entgegenstehen.

Das US-Handelsministerium teilte mit, dass die Umsätze im Vergleich zum Juni "überraschend" um 0,1 % (saisonbereinigt) auf 342,31 Milliarden US-Dollar gesunken seien. Dabei hatten die Daueroptimisten angesichts der Abwrackprämie mit einer Zunahme zwischen 0,5 % und 1 % gerechnet. Der Abstieg fällt umso ernüchternder aus, weil die Tendenz von zwei leichten Anstiegen (Juni 0,8 % und im Mai 0,5 %) gebrochen wurde, mit denen auch Präsident Obama auf schönes Wetter gemacht hatte.

Trotz Abwrackprämie haben sich die Umsätze im Automobilsektor nach Angaben des Ministeriums sogar um 0,6 % verringert. Vor dem Hintergrund des "cash for clunkers"-Programms ist das scheinbar erstaunlich. Denkt man etwas genauer nach, erstaunt das Verbraucherverhalten gar nicht. Schließlich stecken die USA nun schon fast seit zwei Jahren in einer tiefen Rezession. Dass sie schon ein Jahr in der Rezession steckte, wurde erst (nach den Wahlen) offiziell zugegeben.

Das Bankensterben kommt in den USA gerade erst so richtig in Gang, obgleich die Großbanken angeblich schon wieder Gewinne schreiben. Das liegt daran, dass die Immobilienpreise weiter fallen und damit immer mehr Hypotheken faul werden. Gerechnet wird damit, dass bald fast die Hälfte der Hausbesitzer in den USA größere Hypothekenschulden haben werden, als ihre Immobilie noch wert ist. Der Anteil der "unter Wasser"-Kredite werde sich auf 25 Millionen fast verdoppeln, weil die Immobilienpreise bis 2011 um weitere 14 % fallen dürften.

Ein zentraler Faktor ist die Arbeitslosigkeit. Die ist viel stärker gestiegen, als im gar nicht so stressigen Stresstest sogar im vermeintlichen "Worst-Case-Szenario" angenommen wurde. Statt maximal 8,9 % dürfte Obama froh sein, wenn die zweistelligen Arbeitslosenzahlen nicht zu groß werden. Doch wenn so viele Menschen ihre Stelle verlieren, mehr als sieben Millionen Jobs wurden schon vernichtet, die zudem oft drauf und dran sind auch das Haus zu verlieren, kaufen sie eben keine Auto oder andere langlebige Konsumgüter. Daran ändert auch eine noch so hohe Abwrackprämie nichts, die nur die Deflation antreibt und zudem denen die Autos verbilligen, die das gar nicht nötig hätten.

Die Zahl der Zwangsversteigerungen steigt weiter. Im ersten Halbjahr wurden mehr als 1,9 Millionen Zwangsbescheide verschickt. Deshalb haben die Leute schlicht kein Geld mehr und Kredite gibt es nicht. Und so muss noch einmal eine einfache Wahrheit verkündet werden: Ohne eine Stabilisierung des Immobilienmarkts kann es keine Stabilisierung der Wirtschaft und der Banken geben. Daran krankte schon das erste Konjunkturpaket von Obama.

Da bisher Obama mit dem Hilfspaket für in Not geratene Häuslebauer noch nicht weiter gekommen ist, wird auch ein weiteres Konjunkturpaket, an dem er arbeiten lässt daran nichts ändern. Es wird nur die ausufernde Verschuldung und den Absturz des Auslaufmodells Dollar beschleunigen. Wer also jetzt, angesichts eines angeblichen Bodensatzes der Krise in Europa, der mit viel Geld für Konjunkturspritzen herbeigedopt wurde, von einer Erholung faselt, lässt schlicht außer acht, welche Bedeutung die USA und Japan für die Weltkonjunktur haben. Und in den beiden größten Einzelwirtschaften sieht es weiter finster aus.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/143529
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