Merkels Politabstinenz kommt bei den Deutschen an
Nach dem neuesten ZDF-Politbarometer steigt Merkels Beliebtheit, während Steinmeier abschmiert.
Merkel und Union legen in den Umfragewerten noch einmal zu. Nach dem ZDF-Politbarometer, den es seit 1977 gibt, war der Abstand der Kanzlerkandidaten noch nie größer gewesen. 64 Prozent wünschen sich Merkel weiter als Kanzlerin, 13 Prozent hingegen nur Frank-Walter Steinmeier als Bundeskanzler. Selbst bei den – immer weniger werdenden – SPD-Wählern sind es nur 55 Prozent. Eine Fehlbesetzung der glücklosen SPD, die aus ihrem Schröder-Tief nicht mehr herausfindet.
Erstaunlich hingegen die Beliebtheit von Merkel, die offenbar genau das macht, was die Deutschen gerne sehen. Möglichst keine großen politischen Vorgaben machen, an denen sich der Erfolg messen lässt, nur dann handeln, wenn es nicht anders geht, durchwursteln, so lange es geht, machtbesessen, aber ohne polternd aufzutreten, sondern die Fäden hinter der Bühne spielen lassen. Blasser war wohl noch kein Bundeskanzler, selbst den Wahlkampf vermeidet sie bislang. Aber die Deutschen scheinen genau eine solche Mutti zu wollen, zu der sich dann wohl auch als Sohn Westerwelle gesellen wird.
Nur die CDU hat noch einmal um 2 Punkte zugelegt und liegt nun bei 37 Prozent, die FDP bleibt bei 14 Prozent. Mit einer Koalition CDU/CSU und FDP rechnen bereits zwei Drittel der Deutschen. Die Sicherheit könnte höchstens dafür sorgen, dass die Anhänger der Parteien lustlos werden und nicht zur Wahl gehen. Die SPD kann offensichtlich nichts mehr herumreißen, es langt nicht einmal mehr für eine große Koalition. Einen Ruck scheint es nicht mehr zu geben, vermutlich muss sich die einstige Volkspartei sogar sorgen, dass es noch weniger als die derzeitigen 23 Prozent werden könnten. Die Grünen hängen bei 12 Prozent, die Linken bei 9 Prozent. Auch bei den anderen Umfragen sind die Wert ähnlich.
Spannender wird es schon bei den Landtagswahlen nächste Woche in Sachsen, Thüringen und im Saarland werden, zumal hier die Hälfte der Wähler noch nicht weiß, wen oder ob sie wählen wird. In Sachsen könnte die NPD weiter im Landtag bleiben, die CDU dürfte mit der FDP die Regierung bilden, die SPD legt gegenüber 2004 sogar leicht zu, ist aber mit 11 Prozent trotzdem abgeschlagen. Die Linke verliert 3,6 Punkte und kommt auf 20 Prozent, für die Grünen scheint es in Sachsen nicht mehr viel zu holen zu geben.
In Thüringen dürfte die CDU stark einbrechen. Nach der Umfrage sinkt sie auf 35 Prozent. Auch hier kann die FDP gut zulegen, aber die 10 Prozent, die sie nach der Umfrage erreichen wird, reichen für eine schwarz-gelbe Regierung nicht. Die Linken verlieren leicht und kommen auf 25 Prozent, die SPD legt leicht auf 18 Prozent zu. Zu einer linken Mehrheit würde es aber auch hier mit den 6 Prozent für die Grünen nicht reichen.
Auf der Kippe steht hingegen das Saarland. Hier wird die CDU stark verlieren, während die SPD ein wenig zulegt. Mit 16 Prozent wären die eigentlichen Gewinner die Linken. Selbst wenn sie wollten, kämen aber auch hier SPD (26%), Grüne (6%) und die Linken nicht zu einer Regierungsmehrheit, an der auch CDU (36%) und FDP (9%) scheitern.
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