Mit mehr als einer Million Kameras in London wurden 2008 nur 1000 Straftäter identifiziert.
Großbritannien ist bekanntlich besser als jedes anderes Land mit Überwachungskameras überzogen. Sonderlich effektiv scheinen sie aber nicht in der Verbrechensbekämpfung zu sein. Weder ist die Abschreckung merklich größer geworden, noch wurden viele Straftaten mittels der Bilder aufgeklärt.
Über eine Million Überwachungskameras gibt es alleine in London, wofür mehr als 500 Millionen Pfund von der Regierung ausgegeben wurden. Nach Detective Chief Inspector Mick Neville von Scotland Yard wurden 2008 tausend Straftaten mit Bildern von Überwachungskameras aufgeklärt, was bedeutet, dass pro tausend Kameras ein Täter überführt wurde.
Wie viele Straftaten verhindert werden, steht noch auf einem anderen Stern. Ein Bericht des Innenministeriums kam bereits zu dem Schluss, dass Überwachungskameras die Kriminalität höchstens geringfügig senken und vor allem wirksam gegen Autodiebstähle und –beschädigungen in Parkhäusern sind. Eine andere Studie kam zum Ergebnis, dass Vielzahl der Überwachungskameras die Angst vor Kriminalität eher verstärkt.
Neville will die Zahlen aber nicht als Kritik am Überwachungssystem verstehen, sondern als Aufforderung, dass die Polizei die vorhandenen Bilder besser für die Strafverfolgung ausnutzen müssen, um das Vertrauen der Bürger in die Überwachungskameras zu erhalten. In einem internen Bericht schrieb er, wie der Telegraph berichtet, dass die Menschen mehrmals am Tag aufgenommen werden und daher erwarten, dass auch Straftäter auf diese Weise identifiziert werden können. Es sei allerdings auch manchmal schwierig, Kriminelle, die auf Bildern identifiziert wurden, dann auch vor Gericht zu überführen.
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