In der EU ist die Arbeitslosigkeit teils drastisch gestiegen
Besonders schlimm erwischt es die jungen Menschen unter 25 Jahren, fast ein Fünftel ist arbeitslos.
Bislang hat es Deutschland geschafft, den Anstieg der Arbeitslosigkeit gering zu halten. Damit schmückt sich die Regierung und führt dies auf die Förderung der Kurzarbeit zurück (Stabilitätsfaktor Kurzarbeit). Allerdings wird die Zahl der Arbeitslosen im Laufe des Jahres durch eine Welle von Kündigungen ansteigen, vermutlich aber erst nach der Wahl. Die Arbeitslosigkeit ist freilich auch in Rumänien vom ersten Quartal 2008 auf das erste Quartal 2009 nicht stärker angestiegen. In beiden Ländern legte sie lediglich um 0,5 Prozent auf 5,2 Prozent in Rumänien und 7,7 Prozent in Deutschland zu.
Auch absolut liegt Deutschland mit der Arbeitslosenquote unter dem Durchschnitt. In der Eurozone lag nach den Daten von Eurostat die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Juli 2009 bei 9,5%, im Juli 2008 betrug sie 7,5%. In der EU27 lag sie im Juli 2009 bei 9,0%, ein Jahr zuvor bei 7,0%. Länder wie die Niederlande (3,4%), Österreich (4,4%), Zypern (5,5%) oder Dänemark (5,9%) haben allerdings weitaus niedrigere Arbeitslosenquoten. Die höchste Arbeitslosigkeit gibt es in Spanien (18,5%), Lettland (17,4%) und Litauen (16,7%). In Spanien ist Quote in einem Jahr um 7 Prozent gestiegen, am stärksten war der Anstieg mit 11 Prozent in Litauen, mit 10 Prozent in Lettland und mit 9 Prozent in Estland.
Deutlich ist in einigen Ländern, dass die Arbeitslosigkeit die Männer stärker als die Frauen trifft. In Deutschland liegt die Quote bei den Männern bei 8,3 und bei den Frauen bei 7,0 Prozent. Auch in Estland, Lettland und Litauen, in den beiden letzten Ländern ist bereits jeder fünfte Mann arbeitslos, aber nur etwas mehr als jede zehnte Frau. In anderen Ländern wie Frankreich, Portugal, Spanien oder der Tschechischen Republik sind allerdings mehr Frauen arbeitslos. In der EU27 stieg die Quote bei den Männern von 6,6 auf 9,1% und bei den Frauen von 7,4 auf 9%.
Bedenklich ist vor allem die hohe Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen unter 25 Jahren, die es stärker als andere Gruppen in der Wirtschaftskrise trifft und die so schon zu Beginn ihrer Karriere ausgesperrt werden. Allerdings hat die Rezession hier nur einen schon zuvor zu beobachtenden Trend verstärkt, der für die Länder in Zukunft hohes Risiko in sich birgt. Fast 20 Prozent der jungen Menschen sind der EU27 arbeitslos in den USA sieht es mit einer Quote von 17,3% ähnlich aus, aus Japan liegen keine Zahlen vor). Vor einem Jahr waren es noch 15,4 Prozent.
Auch hier unterscheiden sich die Länder teils enorm. In den Niederlanden sind nur 6,6% der unter 25-Jährigen arbeitslos, in Österreich 8,2%. In den anderen Ländern sind die Zahlen zweistellig. Deutschland liegt mit einer Quote von 11,2 noch am unteren Rand. Besonders schlimm sieht es in Spanien (38,4%), Litauen (30,9%) und Schweden (27,3%) aus. Nur ein wenig geringer ist die Quote der jungen Menschen in Irland, Italien oder Frankreich. All diese Länder sind Pulverfässer, wenn die Zukunft der jungen Menschen von Beginn verfahren bleibt.
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