Irak: Das Ministerium für Menschenrechte veröffentlicht neue Zahlen über Tote durch "Bomben, Morde und Kämpfe"
Mindestens 85 000 Menschen, unbeteiligte Zivilisten wie Militante, sind zwischen 2004 und 2008 im Irak ums Leben gekommen - durch "Bomben, Morde und Kämpfe": Diese Angaben stammen vom irakischen Ministerium für Menschenrechte, gegründet 2004 vom damaligen US-Verwaltungschef, "Vizekönig" L. Paul Bremer. Das Ministerium gab die Zahlen gestern Nachrichtenagenturen bekannt. Grundlage sind angeblich Todesscheine, ausgestellt vom Gesundheitsministerium. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, da man die Zahlen der Vermissten nicht darin eingeschlossen habe. Ähnliches gilt für die Zahl der Verwundeten. 147 195 registriert das Ministerium für Menschenrechte, die Zahl der nichtdokumentierten Fälle von Verwundeten und Toten, so wird ein Ministeriumssprecher zitiert, könnte "weit höher" sein.
Die nicht-offizielle Webseite Iraq Body Count, die unbeeindruckt vom schwindenden öffentlichen Interesse am Irak ihre Arbeit fortsetzt, schätzt die Zahl der Toten von Beginn des Einmarsches der internationalen Truppen unter Führung der USA bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwischen 93.540 bis 102.071.
Zwar ist es im Irak verglichen mit den Jahren 2005 bis 2006 sehr viel ruhiger geworden, von friedlichen Zustände kann aber nicht die Rede sein, wie jüngste Nachrichten über drei Sprengstoffattenatte mit insgesamt 26 Toten in Ramadi demonstrieren. Ein Blick auf die Website Iraq Today, wo weiterhin täglich über gewalttätige Zwischenfälle und Auseinandersetzungen im Irak berichtet wird, zeigt, dass die Provinz Diyala, die Städte Basra, Kirkuk und Mosul nach wie vor von Spannungen beherrscht werden, die schnell in brutalen Auseinandersetzungen münden.
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