Pakistan im Guerillakrieg
Jüngste Anschläge zeigen, dass die Taliban sich mit militanten Gruppen aus dem Punjab verbünden
Die Anschläge waren gezielt - einer von ihnen galt einer Elite-Polizeischule für künftige Anti-Terrorkämpfer -, bestens koordiniert und Teil einer Serie, die allem Anschein nach noch nicht zu Ende ist. Nach den gestrigen Anschläge in Lahore, in Kohat und in Peschawar, wird heute morgen ein weiterer Anschlag in Peschawar, der pakistanischen Grenzstadt in der Nähe des Khyber-Passes.gemeldet.
Pakistan steckt mitten in einem Guerillakrieg. Dies gesteht nun auch die Regierung ein, nachdem in der jüngsten Zeit insgesamt 160 Menschen bei Anschlägen ums Leben kamen. Laut der pakistanischen Zeitung Dawn beläuft sich die bittere Bilanz von Toten durch Bombenanschläge in den letzten beiden Jahren auf 2 250.
Dass die Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) von Hakimullah Mehsud zuschlagen würde, war keine Überraschung, Racheaktionen für den im August getöteten Talibanführer Beitullah Mehsud waren angekündigt worden. Überrascht ist man in der pakistanischen Öffentlichkeit, wie in der politischen Führung, darüber, mit welcher Zielgenauigkeit die Taliban-Attacken die Schwächen empfindlichster Sicherheitspunkte - siehe der Angriff auf das Hauptquartier in Rawalpindi - bloßlegen und dass sich mittlerweile militante Gruppen aus dem Punjab mit den Taliban-Gruppierungen verbünden.
Die Kampf-und die Rekrutierungszone der "Aufständischen" dehnt sich auf diese Provinz aus. Das bleibt nicht ohne Echo. Die Angst wächst, dass Pakistan tatsächlich kippen könnte. Es war nicht immer so, dass Dschihadisten als Landesfeinde gesehen wurden.
Die Taliban und die Gruppen aus dem Punjab, die sich ihnen angeblich anschließen - genannt werden Jaish-e-Mohammad und Lashkar-e-Jhangvi - verfügen über gute, teilweise, heißt es, auch familiäre Verbindungen zur Armee. Dazu kommt, dass die Bedingungen, die die USA an eine 7,5 Milliarden Dollar schwere Unterstützung knüpfen, in Pakistan auf Widerstand treffen. Die USA bedingen sich größere militärische Kompetenzen in Pakistan aus und drängen auf ein entschiedeneres Vorgehen der pakistanischen Sicherheitskräfte gegen die Extremisten.
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